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Mag keine großen Menschenansammlungen: Gerhard Richter, hier bei seiner Ausstellung "Atlas" in Dresden.
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Mag keine großen Menschenansammlungen: Gerhard Richter, hier bei seiner Ausstellung "Atlas" in Dresden.

Ausstellung Neue Nationalgalerie

Gerhard Richter: Die vielen Menschen sind mir unangenehm

Er flüchtete aus der DDR und startete im Westen eine einzigartige Karriere: Gerhard Richter zählt zu den erfolgreichsten Malern weltweit. Kurz nach seinem 80. Geburtstag eröffnet in Berlin eine große Retrospektive. Doch der Künstler meidet den großen Auftritt.

Er flüchtete aus der DDR und startete im Westen eine einzigartige Karriere: Gerhard Richter zählt zu den erfolgreichsten Malern weltweit. Kurz nach seinem 80. Geburtstag eröffnet in Berlin eine große Retrospektive. Doch der Künstler meidet den großen Auftritt.

Der berühmte Maler Gerhard Richter sieht der großen Retrospektive in Berlin zu seinem 80. Geburtstag skeptisch entgegen. „Was mir bei diesen Anlässen immer sehr unangenehm ist, sind die vielen Menschen, die sagen werden, wie toll die Ausstellung ist“, sagte Richter. „Das sagen sie immer, es sei ganz toll. Und das bedeutet ja nichts.“

Drei Tage nach seinem 80. Geburtstag eröffnet am 12. Februar in der Neuen Nationalgalerie das „Gerhard Richter Panorama“ mit rund 150 Gemälden aus allen Schaffensperioden. Richter selbst will sich die Ausstellung schon an seinem Geburtstag mit seiner Familie ansehen, den er im engsten Familienkreis in der Hauptstadt verbringt. Öffentlichem Applaus kann er nichts abgewinnen. „Es reicht mir schon, wenn man mich anständig begrüßt. Das andere versuche ich gar nicht wahrzunehmen.“

Mit Sammlern, die Millionenbeträge für seine Bilder zahlen, will der Künstler nichts zu tun haben. „Zu denen in die Wohnung zu gehen und zu sehen, wo die Bilder hängen, das wäre mir ein absolutes Grauen.“ Er empfängt sie auch nicht zu Hause.„Keine Sammler. Ein guter Sammler ist für mich jemand, den ich noch nie getroffen habe“, sagte der in Köln-Hahnwald lebende Künstler.

Was die hohen Preise betreffe, sei er in den vergangenen Jahren aber etwas abgebrühter geworden. Manche Leute gäben auch Unsummen für Schmuck, Häuser, Partys und Yachten aus. „Das ist ja alles irreal und ekelhaft.“ Demgegenüber sei das Geld für ein Bild „fast schon vernünftig investiert.“

Täglich von acht bis sieben

Die Qualität eines Bildes bleibt für Richter ein Mysterium. Es gebe nicht die richtigen Worte, um über Kunst zu reden: „In der Musik haben Sie ein besseres Vokabular. Da können Sie auch sagen, dass einer unmusikalisch ist. Wie aber nennen sie es, wenn einer nicht gucken kann? Es gibt da kein Äquivalent. Und genauso können Sie es nicht benennen, warum ein Gemälde besser als ein anderes ist.“

Die Arbeit ist dem Perfektionisten noch immer wichtig. Er geht nach wie vor täglich ins Atelier, arbeite aber weniger als mit 60. „Das lässt ein bisschen nach“, sagt er. Er stehe jeden Morgen um sechs Uhr auf und arbeite von Punkt acht bis etwa 19 Uhr, nur unterbrochen von einem fünfzehnminütigen Mittagsschlaf und einem Spaziergang mit dem Hund am Nachmittag.

„Was soll ich denn machen, es ist das Zuverlässigste und Schönste, was wir haben, außer der Familie.“ Dabei sei ihm die gegenwärtige Epoche immer näher. „Eine Epoche, die im Nachblick spannend war, sind die Sechziger, wo vieles angelegt ist; was ich damals gar nicht wusste.“ Darauf habe er immer wieder zurückgegriffen.

Die Frage, wie er sich mit 80 die kindliche Neugier bewahrt, lässt ihn lachen: „Das weiß ich auch nicht. Wie das Leben eben so spielt“, sagt er. „Hoffentlich hält es noch ein bisschen an.“ (dpa)

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