+
Der ehemalige tschechische Außenminister Vaclav Havel (r) und der ehemalige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) freuen sich am Mittwoch (30.09.2009) im Friedrichstadtpalast in Berlin mit der Laudatorin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), über den Medienpreis Goldene Henne.

"Goldene Henne"

Genscher und Havel ausgezeichnet

Der frühere Aßenminister Hans-Dietrich Genscher wird mit dem ostdeutschen Medienpreis "Goldene Henne" ausgezeichnet. Angela Merkel ehrt den FDP-Mann für dessen Beitrag zur friedlichen Revolution in der DDR.

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwochabend den früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) für sein Engagement für die friedliche Revolution in der DDR 1989 geehrt. Bei der Verleihung des ostdeutschen Medienpreises "Goldene Henne" an Genscher würdigte Merkel den Preisträger in Berlin als einen jener "großartigen" Politiker, "die ihre Pflicht tun und dabei immer ihr Herz behalten".

Die Menschen in der DDR, die vor 20 Jahren für die Freiheit auf die Straße gegangen seien, hätten in der Bundesregierung, der Genscher als Außenminister angehörte, "ein kluges und mutiges Pendant" gefunden. Nur so sei der "Glücksfall" der deutschen Einheit möglich gewesen, sagte Merkel.

Genscher hatte zuvor eine bewegende Laudatio auf den Schriftsteller und früheren tschechoslowakischen Präsidenten Vaclav Havel gehalten, der mit dem Preis in der Kategorie Politik geehrt worden war. Havel habe "mit der Macht des Geistes die Unfreiheit bezwungen", sagte Genscher. Die Ausreise Hunderter DDR-Bürger, die 1989 in der Prager Botschaft Zuflucht gesucht hatten, wäre "ohne Persönlichkeiten wie Vaclav Havel und seine Mitstreiter von der Charta 77 nicht möglich gewesen".

Zur feierlichen Gala im Friedrichstadtpalast waren mehr als 2000 Gäste gekommen, darunter FDP-Chef Guido Westerwelle, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD). Verliehen wurde der Medienpreis von der Zeitschrift "Super Illu", den Sendern RBB und MDR und dem Friedrichstadtpalast. Gewidmet war der nach Veranstalterangaben größte Publikumspreis Deutschlands in diesem Jahr der Erinnerung an den Fall der Mauer vor 20 Jahren. Daneben gab es noch ein Jubiläum: Die im Gedenken an die verstorbene Berliner Entertainerin Helga Hahnemann 1995 von der "Super Illu" initiierte "Henne" wurde zum 15. Mal verliehen.

Über die 3,5 Kilogramm schwere und 22 Zentimeter hohe Bronzefigur freute sich in der Publikumskategorie Sport Biathletin Kati Wilhelm.Die "Henne" für TV-Unterhaltung und Moderation ging an Moderatorin Andrea Kiewel, der nach eineinhalb Jahren TV-Zwangspause ein bemerkenswertes Comeback gelungen ist. Schauspieler Wolfgang Stumph nahm seine nun schon vierte "Henne" entgegen und dankte gewohnt kabarettistisch mit "Ich nehme die Wahl an und will ein Schauspieler für alle Deutschen sein, auch für die, die mich nicht gewählt haben".

Der Preis in der Kategorie Musik ging an den Mundharmonika-Spieler und einstigen Straßenmusiker Michael Hirte. Live wählten die Zuschauer von RBB und MDR während der von beiden Sendern übertragenen Gala ihren "Aufsteiger des Jahres": Moderatorin Ina Müller ("Inas Nacht") konnte sie überzeugen.

Ehrenpreise gab es für die "Helden des Alltags" Beate Nage und Siegmar Wolf, die in ihren Heimatstädten Arnstadt (Thüringen) und Plauen (Sachsen) 1989 zu den ersten gehörten, die auf die Straße gingen, sowie für TV-Moderator Stefan Raab und die Scorpions mit ihrem "Wind Of Change". Für ihr Lebenswerk wurde die Schauspielerin Ursula Karusseit geehrt, der Charity-Preis ging an MDR-Moderator Peter Escher, der sich für krebskranke Kinder einsetzt.

Durch die mehr als dreistündige Veranstaltung führte Victoria Herrmann, für den Showteil sorgten unter anderen die australische Popsängerin Gabriella Cilmi und der diesjährige Gewinner des Eurovision Song Contests, Alexander Rybak. Die Puhdys nahmen für ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum ebenfalls eine "Henne" mit nach Hause - und gaben ihren Erfolgshit "Wenn ein Mensch lebt" zum Besten. (ddp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion