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Hessischer Journalistenpreis: FR-Reporterin Kathrin Rosendorff für Reportage geehrt

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Kathrin Rosendorff. Peter Jülich
Kathrin Rosendorff. ©  Peter Jülich

Kathrin Rosendorff ist unter den Preisträgerinnen der Hessischen Journalistenpreise.

Alexandra Kosiakova ist 98 Jahre alt, und sie hat viel zu erzählen. „Da reicht Ihr Block nicht aus“, sagt sie lachend zu FR-Reporterin Kathrin Rosendorff, als die beiden Frauen ins Gespräch kommen. Der Block genügt immerhin, um genug Notizen für eine zu Herzen gehende Reportage in der Frankfurter Rundschau festzuhalten. Dafür hat Rosendorff am Dienstagabend den dritten Preis bei der Verleihung des „Hessischen Journalistenpreises“ 2022 erhalten.

Die Jury lobt die Art, wie die Autorin die aus der Ukraine geflüchtete 98-Jährige dazu einlädt, über ihr Los und das der Familie zu sprechen. Die Nationalsozialisten hatten Kosiakova als 19-Jährige im Zweiten Weltkrieg zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Seitdem war sie nie mehr hier gewesen – bis zum russischen Angriff auf die Ukraine. Allein hätte sie gar nicht fahren wollen. „Ich habe die Flucht auf mich genommen, um meine Familie zu retten“, sagt sie der Reporterin: ihre Tochter, die Enkelin und die zehnjährige Urenkelin, die nun alle mit ihr in Frankfurt sind.

Selten, dass ein Zeitungsbericht auch noch solch ein positives Echo hat: Eine FR-Leserin vermittelte den Vieren, berührt durch die Reportage, eine Wohnung. Hündchen Roma durfte auch mit einziehen. Den Preis nahm FR-Chefredakteur Thomas Kaspar in Vertretung entgegen; Kathrin Rosendorff weilt im hochverdienten Urlaub.

„Kriegsfolgen“ hieß das Jahresthema 2022. Der erste Preis ging an Diana Deutschle (HR), Platz zwei an Theresa Weiß (FAZ). Einen Sonderpreis erhielt Yvonne Backhaus-Arnold vom „Hanauer Anzeiger“, den Preis fürs Lebenswerk der frühere Chefredakteur der Verlagsgruppe Rhein-Main, Stefan Schröder.

DIe Geschichte der 98-jährigen Alexandra Kosiakova

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