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Facebook avanciert zum Giganten der Sozialen Netzwerke - das gefällt dem Unternehmen, das seinen Firmensitz mit einem riesigen "Like"-Icon schmückt.
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Facebook avanciert zum Giganten der Sozialen Netzwerke - das gefällt dem Unternehmen, das seinen Firmensitz mit einem riesigen "Like"-Icon schmückt.

Facebook

Facebook wird zur Mega-Marke

  • VonThorsten Schröder
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Facebook will zum Schwergewicht an der Börse werden. Fakt ist, das soziale Netzwerk ist viel wert. Doch das Wachstumstempo wird abnehmen.

Die Debatte im Hauptsitz im kalifornischen Menlo Park lief seit Monaten auf Hochtouren. Jetzt endlich scheint das Sozialnetzwerk Facebook den lange erwarteten Sprung an die Börse zu wagen. US-Medienberichten zufolge könnte das Unternehmen schon am Mittwoch die entsprechenden Papiere bei der US-Börsenaufsicht einreichen. Der Börsengang selbst wird zwischen April und Juni erwartet.

Der Wert des Unternehmens wird auf eine Summe zwischen 80 Milliarden Dollar und 100 Milliarden Dollar geschätzt – damit wäre das Netzwerk etwa so viel wert wie die Fastfood-Kette McDonald’s. Im Zuge eines Initial Public Offering (IPO) könnten Aktien im Umfang von etwa zehn Milliarden Dollar platziert werden. Das wäre der bislang größte IPO eines Internet-Unternehmens. Google hatte 2004 bei seinem Börsengang knapp 1,7 Milliarden Dollar eingenommen.

Der Druck auf das schnell wachsende Netzwerk, an die Börse zu gehen, war in den vergangenen Wochen stetig gestiegen. Die Anzahl der Investoren wird bald die wichtige Marke von 500 erreicht haben – nach US-Börsenrecht wäre die Firma dann gezwungen, ähnlich einem börsennotierten Unternehmen einmal pro Quartal umfangreiche Details zu seinen Finanzen zu veröffentlichen. Damit käme ein erheblicher Aufwand auf die Firma zu, ohne dass sie von einer Börsennotierung profitieren könnte.

Auch die Investoren hinter dem 2004 gegründeten Netzwerk drängen bereits seit langem auf einen Börsengang. Sie hoffen, auf der Welle der IT-Börsengänge der vergangenen Monate ihre Anteile endlich zu Geld machen zu können. In den vergangenen Wochen hatten mit dem Online-Spieleanbieter Zynga und dem Rabattdienst Groupon bereits zwei umjubelte IT-Firmen den Sprung an die Börse gewagt.

Die rund 3000 Mitarbeiter und erste Anteilseigner konnten ihre Aktien bisher privat über Marktplätze wie Sharespost und Secondmarket verkaufen. Käufer sind hier vor allem große institutionelle Investoren. Die Bewertung des Unternehmens bei der Privatbörse Sharespost lag zuletzt bei knapp 80 Milliarden Dollar. Dass der Handel am Privatmarkt in der vergangenen Woche für mehrere Tage ausgesetzt wurde, hatte die Spekulationen um einen bevorstehenden Börsengang angeheizt.

Doch die Erwartungen einiger Anleger sind inzwischen angesichts des schwachen Marktumfeldes für Börsengänge in den vergangenen Monaten und der zum Teil enttäuschenden Börsendebüts anderer Web-Unternehmen gedämpft. Auch die Wall Street blickt skeptisch auf den Börsengang – Analysten stellen sich vor allem die Frage, wie viel das Netzwerk tatsächlich wert ist.

Denn laut Schätzungen dürfte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 zwar mit Werbung und Verträgen mit Firmen wie dem Spieleanbieter Zynga einen Umsatz von drei bis sechs Milliarden Dollar erzielt haben – doch ob das Unternehmen überhaupt in der Gewinnzone operiert, ist bis heute nicht bekannt. Zum Vergleich: Google hat derzeit eine Marktkapitalisierung rund 200 Milliarden und erwirtschaftet einen Gewinn von 9,6 Milliarden Dollar. Um eine Bewertung von hundert Milliarden Dollar zu rechtfertigen, müsste Facebook einen Gewinn von über fünf Milliarden Dollar machen. Gleichzeitig kann das Netzwerk, das seine Nutzerzahl allein zwischen Juli 2010 und Juli 2011 um 50 Prozent erhöht hat, nicht mehr im selben Tempo wachsen wie bisher.

Zudem hat Facebook mit Google erstmals mächtige Konkurrenz bekommen. Seit der Suchmaschinenriese im Herbst mit dem Netzwerk Google+ an den Start gegangen ist, haben sich weltweit knapp 90 Millionen Nutzer angemeldet. Die beiden Internet-Firmen kämpfen um den Status als Tor zum Internet – und damit um harte Werbedollar. Hier hat Facebook derzeit die Nase vorn: Vor wenigen Tagen hatte Google erstmals seit mehr als zwei Jahren einen Rückgang seiner Werbeeinnahmen verkraften müssen, während Facebook die Einnahmen von 2009 bis 2011 laut Schätzungen von 738 Millionen auf 3,8 Milliarden Dollar steigern konnte. Dass das Netzwerk für weitere Umsatzsteigerungen neue langfristige Einnahmequellen braucht, scheint auch den Gründern klar zu sein. Vor wenigen Tagen war das Gerücht aufgekommen, Facebook plane, schon bald auch über Smartphones Werbung anzeigen zu lassen und Anzeigen unter anderem in den Nachrichtenfluss des Netzwerks zu integrieren.

Bislang hatte sich vor allem Gründer Mark Zuckerberg gegen einen Börsengang gewehrt. Er fürchtete, die Kontrolle aus der Hand geben zu müssen. „Wir scheren uns nicht ums Geschäft“, hatte der 27-Jährige noch vor wenigen Wochen dem Wall Street Journal gesagt. „Die Leute fragen mich immer, warum wir nicht versuchen, mehr Geld zu machen. Aber ich versuche, ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen.“

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