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Selfie-Kurs im Bällebad - wer etwas über die richtige Haltung des Smartphones beim Selbstportrait lernen will, muss einfach nur das Bällebad der Re:publica beobachten.
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Selfie-Kurs im Bällebad - wer etwas über die richtige Haltung des Smartphones beim Selbstportrait lernen will, muss einfach nur das Bällebad der Re:publica beobachten.

re:publica

Ernste Themen, perfekte Frisur

  • Melanie Reinsch
    VonMelanie Reinsch
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Erneut verzeichnet die Berliner Digitalkonferenz einen Besucherrekord.

Wer auf der re:publica einen Selfie-Workshop besuchen wollte, musste nicht lange suchen. Mitten in der Station in Berlin-Kreuzberg hatten die Veranstalter ein Bällebad aufgestellt. Wer den Gästen, die sich in die mit grünen Bällen gefüllte Wanne schmissen, eine Weile zuschaute, konnte viel lernen: Über die richtige Haltung des Smartphones, über Duck-Face-Gesichter, über die passendste Kamera-Perspektive, um Frisur und Bälle in Szene zu setzen – ja, auch über Nutzer, Influencer, Instagramer. Kaum verwunderlich, dass die Timelines der entsprechenden Social-Media-Kanäle eine hohe Grüne-Bälle-Dichte vorwiesen. Ein Fazit nach drei Tagen Internet-Konferenz: Der Spaß im Netz soll und darf nicht zu kurz kommen.

Dabei waren die Themen in Berlin von größtem Ernst. Würde man einen Begriff suchen, der über der gesamten Veranstaltung liegt, dann wäre es wohl das Wort „Schutz“: Schutz der Daten, Schutz der Minderheiten, Schutz der Netzneutralität, Schutz der Kinder, Schutz der Meinungsfreiheit, Schutz vor Autonomieverlust, Schutz vor Hass, Schutz der Whistleblower, Schutz der Demokratie. Eine der düstersten Prognosen hatte diesbezüglich wohl Gerhart Baum (Jahrgang 1932), Mitglied der FDP, ehemaliger Bundesinnenminister. Der Datenschutz sei in keinen guten Händen. „Wir entfernen uns vom Grundgesetz, unsere Autonomie wird manipuliert, das Netz potenziert das Negative“. Baums Kritik gilt auch der Regierung, die nicht nur von Innovation sprechen dürfe. Stattdessen sollte man sich besser, so Baum, auf Verfassung und Menschenwürde berufen. 

Der eloquente Redner hatte am Freitag den Applaus auf seiner Seite. Die neue Justizministerin Katarina Barley (SPD) schlug sich dennoch gut, ohnehin setzen so einige Internetexperten vor allem in Sachen Datenschutz auf Barley, sehen sie als kleinen Hoffnungsschimmer. Der Druck auf Facebook, sagte sie, müsse weiter aufrechterhalten werden. Als deutsche Ministerin sei sie ein „kleines Rad“, aber selbst Facebook könne man an den empfindlichsten Stellen packen – am Geld. Noch ein Fazit: Irgendwo zwischen Digitalisierungspessimisten und -optimisten liegt die Wahrheit.

Mit mehr als 10 000 Gästen brachen re:publica und die parallele Media Convention Berlin erneut ihren Rekord. 48 Prozent der Vortragenden waren weiblich – ein Prozentpunkt mehr als 2017. Noch ein Fazit: In der Tech- und Digitalbranche gibt es entgegen anderslautenden Behauptungen ausreichend kompetente Frauen. 

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