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Auch Late-Night-Talker Harald Schmidt drehte auf der Schule eine "Ehrenrunde".

Harald Schmidts neue Show

Endlich wieder Blut trinken

Harald Schmidt will mit der neuen Variante seiner Late-Night-Show zu alten Tugenden zurückkehren. In Schmidts Worten: "So das Spektrum zwischen Afghanistan und Burgtheater."Von Reinhard Lüke

Von Reinhard Lüke

Wann immer es gilt, Harald Schmidt der Öffentlichkeit zu präsentieren, lassen sich die ARD-Oberen nicht lumpen und beglücken schlichte Pressekonferenzen mit ihrer Anwesenheit. So war Programmchef Volker Herres eigens nach Köln gejettet, um sich ein wenig im Glanz des (einzigen) Vorzeige-Entertainers der ARD zu sonnen. Obwohl das mit dem Glanz nach der Blödel-Parade namens "Schmidt & Pocher" gar nicht mehr so weit her ist. Doch das soll vom kommenden Donnerstag an mit "Harald Schmidt" wieder anders werden.

Dabei ändert sich an der Form trotz eines neuen Studios wenig. "Da passiert nix", sagte Schmidt und erteilte gleich Nachhilfe in Genre-Kunde: "Das Entscheidende bei einer Late-Night ist der Moderator."

Und der will sich nun zumindest thematisch dem Boulevard konsequent verweigern. Also keine Witzzeilen mehr über Sandy Meyer-Wölden (und Oliver Pocher); es soll beinhart um Politik und Kultur gehen. In Schmidts Worten: "So das Spektrum zwischen Afghanistan und Burgtheater." Auf die Frage, was ihn zu dieser Kehrtwendung animiert habe, ließ Schmidt (mit weißem Bart) gleich ein paar Sprüche los: "Bei mir ist der Wunsch wieder da, Blut zu trinken. Es gibt so viele Genicke, die geradezu danach lechzen, durchgebissen zu werden." Einen Side-Kick wie Manuel Andrack oder Oliver Pocher (mehr war der ja nie) wird es nicht geben. Dafür hat Schmidt sich mit einem neuen Team (u.a. Katrin Bauerfeind, Jan Böhmermann und Peter Richter) umgeben, die in Einspielern und Live-Schalten regelmäßig zum Zuge kommen sollen. Dazu darf Redaktionsleiter Ralf Kabelka in die Rolle des Nachwuchspolitikers Dr. Udo Brömme schlüpfen.

Zum Debut parliert man mit Trigema-Chef Wolfgang Grupp (nicht eben ein Knaller-Gast) über den Standort Deutschland, und die Woche drauf kommt Claus Peymann. Gaststars, die ihre neuen Produktionen bewerben (Schmidt: "Das kotzt mich an"), soll es künftig nicht mehr geben.

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