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Abhörskandal, BSkyB, Aufspaltung: So richtig gut läuft es derzeit nicht für Rupert Murdoch.
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Abhörskandal, BSkyB, Aufspaltung: So richtig gut läuft es derzeit nicht für Rupert Murdoch.

Medienkonzern Rupert Murdoch

Aus eins mach zwei

Rupert Murdoch spaltet seinen Medienkonzern News Corp. in ein Unterhaltungs- und das Verlagsgeschäft auf. Murdoch gibt damit dem Drängen der Anlegern nach. Die Macht gibt der 81-Jährige aber nicht aus der Hand.

Von Björn Wirth

Zuletzt lief es alles andere als gut für Rupert Murdoch. Mit dem Abhörskandal um die Boulevardzeitung News of the World war sein Ruf in Großbritannien ruiniert, daran änderte auch die prompte Einstellung des Blattes nichts. Murdoch selbst und sein Sohn James mussten vor einem Untersuchungsausschuss aussagen, mehrere leitende News-Corp-Mitarbeiter traten zurück. Sogar der komplette Verkauf der britischen Murdoch-Zeitungen stand zur Debatte.

Dabei war dem inzwischen 81-jährigen Australier auch immer sehr an einem seriösen Image gelegen, auch deshalb kaufte er einst die altehrwürdige Tageszeitung The Times. Sein Ziel, beim Fernsehsender BSkyB die alleinige Kontrolle zu übernehmen, musste Murdoch nach dem Abhörskandal begraben. Und jetzt spaltet er sogar sein Imperium News Corp. auf.

Strategische Kehrtwende

Am Donnerstag gab der Medienmogul grünes Licht. In Zukunft soll es zwei voneinander getrennte, börsennotierte Unternehmen geben: Das Verlagsgeschäft mit Zeitungen wie The Times auf der einen Seite, die gewinnträchtigere Unterhaltungssparte rund um Hollywood-Studios und Fernsehsender wie dem deutschen Bezahlsender Sky auf der anderen. Mit der neuen Konzernstruktur würden die Unternehmensteile ihr „volles Potenzial“ erreichen können, erklärte Murdoch. „Wir haben festgestellt, dass mit der Schaffung der neuen Struktur die Geschäftsabläufe vereinfacht und die strategischen Prioritäten besser angepasst werden können.“

Seit Tagen wird über eine solche strategische Kehrtwende spekuliert, auch in hauseigenen Blättern wie dem Wall Street Journal. Für Murdoch ist es ein großer Schritt: Der heute 81-Jährige hatte sein Geschäft einst mit Zeitungen begonnen. Nun gab er dem Drängen der Anlegern auf eine Neuorientierung nach. „Noch vor einem Monat hat er gesagt, dass er dies keinesfalls tun werde“, sagte ein Konzern-Insider mit Blick auf den Meinungsumschwung Murdochs. Doch der Druck, sich von dem Verlagsgeschäft zu trennen, war durch den Abhörskandal gewachsen.

Profitable Unterhaltungsindustrie

Murdoch hält die Fäden aber auch in Zukunft weitgehend selbst in der Hand: Er wird den Angaben nach den Verwaltungsräten beider Firmen vorsitzen. Auch will er den Chefposten bei der Entertainment-Firma übernehmen. Wer die Verlagsgeschäfte künftig führen soll, ist noch offen. Über den Einsatz seiner Kinder auf wichtigen Managementfunktionen wurde nichts mitgeteilt.

Schon seit längerem war einigen Großinvestoren das Verlagsgeschäft ein Dorn im Auge, da es deutlich langsamer wächst und die Bilanz des Gesamtkonzerns mitunter auch durch Verluste belastet. Ohnehin hat die Unterhaltungsindustrie den Verkauf von Zeitungen und Büchern im Murdoch-Imperium längst in den Schatten gestellt: Das Film- und Fernsehgeschäft brachte dem Konzern in dem Jahr bis Juni 2011 Einnahmen von mehr als 23 Milliarden Dollar, die Verlage nur knapp neun Milliarden.

Dass die Aufspaltung seines Konzern im Zusammenhang mit dem Abhörskandal und der geplatzten BSkyB-Übernahme stehen könnte, wies Rupert Murdoch von sich. Dieser Schritt sei „keine Reaktion auf irgendetwas in Großbritannien“.

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