Wurde 90 Jahre alt: Peter Scholl-Latour ist tot.
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Wurde 90 Jahre alt: Peter Scholl-Latour ist tot.

Peter Scholl-Latour ist tot

"Einer der letzten großen Welterklärer"

Journalist, Filmemacher, Erfolgsautor und gefragter Talkshow-Gast: Der Publizist Peter Scholl-Latour ist tot. Mehrere Politiker sowie ehemalige Weggefährten und Intendanten würdigen den am Samstag verstorbenen Nahost-Experten.

Es gab wohl kaum eine Talkshow-Couch, auf der er nicht saß und in seinem berühmten Nuscheln die Welt erklärte: Peter Scholl-Latour prägte das Bild der Deutschen von der Weltpolitik. Als Fernsehreporter war er eines der populärsten TV-Gesichter, als Sachbuchautor brachte er es mit Büchern wie "Der Tod im Reisfeld" auf Millionenauflagen. Im Alter von 90 Jahren ist Scholl-Latour am Samstag in Rhöndorf am Rhein gestorben.

Gysi: Eine herausragende Persönlichkeit

Zahlreiche Politiker sowie Weggefährten zeigten sich betroffen - und würdigte die Leistung von Peter Scholl-Latour. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte Scholl-Latour "einen der letzten großen journalistischen Welterklärer". Durch seine Berichte als meinungsstarker Fernsehjournalist von den Brennpunkten der Welt hätten "ganze Generationen die Welt mit seinen Augen gesehen". Linksfraktionschef Gregor Gysi nannte Scholl-Latour am Samstag "eine sehr eigenständige, sehr eigenwillige und herausragende Persönlichkeit".

Auch WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte Scholl-Latour in einer Erklärung: "Wir haben einen großen Journalisten und Reporter verloren. Mit seinen Erfahrungen, Erlebnissen und Einschätzungen bereicherte Peter Scholl-Latour unsere Arbeit und unsere Sicht auf die Welt." Sein Kollege, ZDF-Intendant Thomas Bellut, sagte laut einer Mitteilung: "Peter Scholl-Latour war ein wahrhaft furchtloser Reporter in allen Teilen der Welt. (...) Einen wie ihn wird es nicht mehr geben."

Der stellvertretende CSU-Chef, Peter Gauweiler, bezeichnete Scholl-Latour laut einer Mitteilung als "großen Publizisten und klarsichtigen Volksaufklärer". Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) erklärte: "Er verkörperte mit seiner Vita die deutsch-französische Freundschaft und hat nie vergessen, wo seine Wurzeln liegen."

Der Propyläen-Verlag würdigte Scholl-Latour als "Großen des deutschen Journalismus". Er habe "Kriege und Bürgerkriege unserer Zeit von Algerien über Vietnam bis zum Irak und Afghanistan aus nächster Nähe kennengelernt" und den Deutschen mit Reportagen, Filmen und Büchern die Welt näher gebracht. (dpa/afp/zys)

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