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Der König und sein Therapeut.
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Der König und sein Therapeut.

Fritz-Rémond-Theater

In die Ecke getrieben

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Im Frankfurter Fritz-Rémond-Theater kann man nun Mitleid haben mit einem scheuen Herrscher: „Die Rede des Königs“

Sollte sich herausstellen, dass der gerade getaufte Prinz George stottert, wird er mit Sicherheit die allerbesten, respektvollsten Therapeuten erhalten. Bei George VI., Vater von Königin Elizabeth, waren die Zeiten noch andere. „B-b-b-b-Bertie“, spottet sein älterer Bruder David bei jeder Gelegenheit und sein Vater – noch ein George, der V., – sagt sinngemäß, er solle sich nicht so anstellen und ein Mann sein.

Eine Theater- und Film-Geschichte wie aus dem Bilderbuch ist die von Albert, Herzog von York (als König nannte er sich dann George), der von frühester Kindheit an stark stotterte. Als sein Vater unerwartet starb, sein Bruder partout die zweimal geschiedene bürgerliche Amerikanerin Wallis Simpson heiraten wollte (und also abdanken musste), galt Albert eigentlich als untragbar. Besonders, weil man sich im Krieg befand, besonders auch, weil das Medium der „dunklen Stunde“ (so der Monarch) das Radio war und ein Stotterer sich für bloße Zuhörer doppelt schlecht macht. Doch ein kleines Wunder geschieht; der König hat einen Sprachtherapeuten, der helfen kann.

Der 1937 geborene englische Autor David Seidler hat sich lange mit diesem Stoff beschäftigt. Erst nach dem Tod der Königinmutter aber schrieb er sein Stück „The King’s Speech“, das jetzt im Frankfurter Fritz-Rémond-Theater als „Die Rede des Königs“ Premiere hatte, in der Regie des Hausherrn Claus Helmer.

So übermächtig ist die Filmfassung mit Colin Firth, der einen Oscar erhielt als bester Hauptdarsteller, dass man befürchtet, sie könnte eine doch recht bescheidene Theaterfassung unter sich begraben. Aber nicht nur ist Christopher Krieg als Herzog/König ein eindrucksvoller Stotterer, er lässt auch durchschimmern, wie ein Mensch in seiner Kindheit verformt wurde und als Erwachsener darunter leidet. Er ist ein aus Unsicherheit Stocksteifer, ein großer Scheuer. Zudem stellt das Rémond nicht, wie sonst oft, die Bühne mit Mobiliar voll. Steven Koop, Ausstattung, beschränkt sich auf schmucklose holzgetäfelte Wände rechts und links, die sich zum Dreieck schließen können. Wer dort sitzt, ist wie in die Ecke getrieben.

Die Kargheit bekommt der Inszenierung gut. Sie rückt die Beziehung zwischen „Bertie“ und seinem Therapeuten Lionel Logue – Hartmut Volle als energischer australischer Demokrat – noch stärker in den Mittelpunkt, als es der Film tut. Alle anderen werden zu Nebenfiguren: Alberts Frau (Alexandra Sydow), die aber immerhin den Therapeuten findet; Lionels Frau (Ines Arndt) und Alberts fieser Bruder (Jens Hajek); dazu Politiker (Udo Striegel als Churchill, Wolff von Lindenau als Premier) und Erzbischof (Steffen Wilhelm).

Enthusiastischer als sonst applaudierte das Premierenpublikum. Zu Recht.

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