Das Filmmuseum Potsdam würdigt Gass am 21. Februar bei einer Veranstaltung.
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Das Filmmuseum Potsdam würdigt Gass am 21. Februar bei einer Veranstaltung.

Potsdam

Dokumentarfilmer Karl Gass ist tot

Nur wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag stirbt der Vater des DDR-Dokumentarfilms: Karl Gass. Er hat über 80 Filme gedreht, an der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen gelehrt und Festivals gegründet.

Potsdam/Kleinmachnow. Der "Vater des DDR-Dokfilms", Karl Gass, ist tot. Wie das Potsdamer Filmmuseum mitteilte, starb Gass am Donnerstag wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag.

Der Regisseur aus Kleinmachnow hatte dem Filmmuseum bereits im Jahr 2005 seine Arbeitsmaterialien überlassen. Zum dem Nachlass gehören seine Korrespondenz, Exposés, Plakate sowie Fotos zu seinen Filmen aus den Jahren 1947 bis 2003.

Karl Gass wurde am 2. Februar 1917 in Mannheim geboren. Er studierte Betriebswirtschaft und arbeitete nach dem Krieg als Wirtschaftsredakteur beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR).

1948 siedelte er nach Ostberlin um. Bis 1950 leitete er die Wirtschaftsredaktion beim Berliner Rundfunk. Ab 1951 wirkte Gass zunächst als Texter und Autor für Dokumentarfilme, später auch als Drehbuchautor und Regisseur. 1954 avancierte er zum künstlerischen Leiter des DEFA-Studios für Populärwissenschaftliche Filme. Von 1965 bis 1968 lehrte Gass Dokumentarfilm an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Potsdam.

Gass gründete die Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche sowie das Nationale Festival für Dokumentar- und Kurzfilme der DDR mit. Er saß im Präsidium des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR und erhielt nationale und internationale Auszeichnungen.

1985 bekam er den Nationalpreis sowie den Vaterländischen Verdienstorden der DDR. Seit 1990 arbeitete Gass als Buchautor. Er drehte insgesamt weit über 80 Dokumentarfilme in eigener Regie.Das Filmmuseum Potsdam würdigt Gass am 21. Februar bei einer Veranstaltung. (ddp)

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