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Da geht der Zeitungsredakteurin das Herz auf. Die Comedian Harmonists auf der Bühne in Bad Vilbel. Foto: Eugen Sommer
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Da geht der Zeitungsredakteurin das Herz auf. Die Comedian Harmonists auf der Bühne in Bad Vilbel.

Burgfestspiele

„Die Comedian Harmonists“ in Bad Vilbel: Druck von außen und innen

  • vonStefan Michalzik
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Die Bad Vilbeler Burgfestspiele bekommen kurzfristig das behördliche Okay und starten geschwind mit den „Comedian Harmonists“.

Ein Programmheft gibt es nicht, lediglich einen Besetzungszettel – wohl ein Hinweis darauf, wie kurzfristig der Spielbetrieb erst freigegeben wurde. Die Bad Vilbeler Burgfestspiele präsentieren sich als ein Plexiglas-Logentheater, ungeachtet der reduzierten Zahl der Plätze sind nicht alle belegt zur (ursprünglich für die vergangene Saison vorgesehenen) Premiere des Musicals „Comedian Harmonists“. Gottfried Greiffenhagen (Text) und Franz von Wittenbrink (musikalische Einrichtung) haben es 1997 anhand der Geschichte des international gefeierten Vokalensembles aus dem Berlin der späten 20er und frühen 30er Jahre geschrieben.

Es ist eine einnehmend schlichte und zeitneutral-moderne Kulisse in grafischem Schwarzweiß, die Dorothea Mines für die Inszenierung von Ulrich Cyran entworfen hat. Stilisiert zwar, doch triftig erzählt dieses Musical die Geschichte vom Weg zum Aufstieg – eisernes nächtliches Proben zunächst über eine lange Zeit hinweg unter Beibehaltung der bisherigen Jobs, beispielsweise als Chorist am Theater – über die Jahre des weltumspannenden Erfolgs bis zum Zerfall unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes: Die aus drei jüdischen und drei „arischen“ Musikern bestehende Gruppe wurde ungeachtet ihrer immensen Popularität mit einem Auftrittsverbot belegt.

In den Sprechszenen liegt der Fokus auf den Binnenkonflikten, Rivalitäten und Abwanderungstendenzen von Anbeginn an, denen der Gründer Harry Frommermann immer wieder mit Appellen an die Disziplin im Sinne der gemeinsamen Sache beherzt begegne. Auseinander brach das Sextett zwar vor dem Hintergrund des Naziterrors, letztlich aber an der mangelnden inneren Solidarität: eine fortdauernde Existenz auf den internationalen Bühnen wäre möglich gewesen.

Vor der Pause noch schleppt sich die Vilbeler Inszenierung ein wenig in den Sprechszenen, straffer dann der zweite Teil, einhergehend mit der zunehmenden Dramatik des Geschehens. Dramaturgisch landet das Stück immer mehr oder minder rasch bei der nächsten Gesangsnummer; mit der Handlung sind die Songs nicht verknüpft. Das Vilbeler Ensemble trägt sie unter der musikalischen Leitung von Horst Maria Merz, dem Darsteller des Pianisten, souverän vor – wenn auch der direkte Vergleich mit den Comedian Harmonists und ihrer Originalität, Raffinesse und dem gewissen spielerischen Pep offenbart, dass da dann doch Galaxien dazwischenliegen. Dennoch ein ausgesprochen ansehnlicher Abend.

Bad Vilbeler Burgfestspiele: „Die Comedian Harmonists“ mit vielen weiteren Terminen zwischen dem 24. Juni und dem 12. September. kultur-bad-vilbel.de

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