Ingo Zamperoni ist an der Seite von Caren Miosga neuer Hauptmoderator der Tagesthemen der ARD.
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Ingo Zamperoni ist an der Seite von Caren Miosga neuer Hauptmoderator der Tagesthemen der ARD.

Ingo Zamperoni

Debüt mit Dante

  • Daland Segler
    vonDaland Segler
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Er kann es: Ingo Zamperoni bringt seinen (Neu-)Start bei den ARD-Tagesthemen souverän über die Bühne.

Er kann es doch. Er hat es ja schon einige Male getan. Trotzdem guckte die TV-Nation am Montagabend aufmerksamer auf die ARD-Tagesthemen, die nun offiziell von Ingo Zamperoni als „Anchor“ neben Caren Miosga präsentiert werden. Über den für so einige journalistischen ARD-Köpfe typischen Umweg über die USA kam Zamperoni im vergleichsweise jungen Alter von 42 Jahren nun beim Nachrichten-Magazin an, wo er sich an renommierten Vorbildern wie Hanns-Joachim Friedrichs, und Ulrich Wickert messen lassen muss.

Dabei schleppt er schon ein kleines Päckchen mit, hatte der Sohn deutsch-italienischer Eltern doch einst bei seiner Tagesthemen-Abmoderation über ein Fußballspiel gesagt, der Bessere möge gewinnen. Doch waren zu diesem Zeitpunkt die Italiener im Spiel gegen die Deutschen die Besseren. Da saß halb Fußball-Deutschland auf dem Sofa und nahm übel, und vermutlich würden die Reaktionen heutzutage noch viel ausfälliger ausfallen.

Aber weil dank des Internets nichts mehr vergessen wird, sah sich Zamperoni offenbar veranlasst, mit dem Thema umzugehen. Also führte er sich, dunkler Anzug, weinroter Schlips, lächelnd mit dem Spruch eines Italieners ein, Dante Alighieris Satz: „Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens.“

Schwieriger Schlusssatz

Ein gelungener Einstand, der durch den Ausstand dann leicht getrübt wurde. Da ging es nämlich um den berüchtigten Schlusssatz der Tagesthemen-Moderatoren; Ulrich Wickert etwa pflegte den Zuschauern „eine geruhsame Nacht“ mit extra langem „u“ zu wünschen. Und Zamperoni hatte vor seiner Premiere, quasi als Teaser, mit Kollegin Miosga einen Clip über das Schlusssatz-Problem eingespielt – eine elegante Lösung. In der Sendung aber schloss er mit einer auf Trainer Trappatoni anspielenden Radebrecherei: „Isch habe gar keine Schlusssatz“. Knapp daneben der Scherz, schon besser, dass er danach noch ankündigte, er werde in nächster Zeit einige Vorschläge der Zuschauer ausprobieren.

Insgesamt brachte er seine erste Sendung souverän über die Bühne; er fragte forsch nach beim Interview mit Martin Schulz, seine Handarbeit mit einer Art beweglicher Raute wirkte locker, die Texte kamen sicher und klar. Nachrichtensprecher Thorsten Schröder klatschte beim Ausblenden Beifall. Ingo Zamperoni kann es eben schon.

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