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Danny Elfman.
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Danny Elfman.

Elfman

Danny Elfman „Big Mess“: Die herrliche Unordnung in ihm

  • VonNadja Dilger
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Filmmusikkomponist Danny Elfman mit dem Soloalbum „Big Mess“.

Die wohl schönste Szene in Tim Burtons Tragikomödie „Edward mit den Scherenhänden“ ist jene, in der Edward (Johnny Depp) im Garten aus einem Eisklotz eine Skulptur schneidet und Splitter wie Schneeflocken durch die Luft fliegen. Für Kim (Winona Ryder) ist es die erste Art von Schnee. Unter dem weißen Konfekt beginnt sie sich im Kreis zu drehen, es ist ein Chor zu hören, eine klingelnde Melodie wie von einer Spieluhr, Streicher setzen ein, dann Bläser. Wer den Film gesehen hat, weiß, dass Kim gen Ende erneut an diesen Moment denkt und den ikonischen Satz sagt: „Manchmal siehst du mich noch im Schnee tanzen.“

Dass in Burtons Spielfilmen alles zusammenpasst, ist bekannt. Einen wichtigen Beitrag leistet der Komponist Danny Elfman. Nicht nur den Soundtrack für den Burton-Klassiker von 1990 hat er kreiert, sondern viele Film- und Serienstücke. Er schrieb die Titelmelodie der „Simpsons“, ist verantwortlich für den „Spider Man“-Sound und für die Musik von Gus Van Sants Filmbiografie „Milk“. Unmöglich, sich all diese Werke ohne Elfman vorzustellen – ebenso wie Elfmans neues Album ohne filmisches Material zu denken.

„Big Mess“ ist nach „So-Lo“ von 1984 Elfmans zweite Soloplatte. Sie hat aber nichts mit dem Synth-Pop-Werk gemein. Viel mehr scheint sie von der langjährigen Zusammenarbeit mit Burton inspiriert zu sein, der wie sein Freund eine Vorliebe für tragische Geschichten und märchenhafte Begebenheiten hat. Ein Kinderchor, sägende Gitarren, reißende Streicher, pumpende Maschinen sind etwa in „Sorry“ zu hören. Sie könnten sich gut im alten Haus eines sonderbaren Wissenschaftlers befinden. Der hat irgendwann genug von der Welt und zündet alles an. „Es tut mir so leid, dass ich nicht selbst gestorben bin“, raunt Elfman dabei. Mit seinem Knurren und tiefen Flüstern spielt der heute 68-Jährige den Durchgedrehten natürlich selbst.

Das Album:

Danny Elfman: Big Mess. Epitaph/indigo.

„Nichts war geplant“

„Big Mess“ entstand laut Pressemitteilung in der Quarantänezeit 2020. Elfman wollte aggressiven Rock mit orchestralen Streichern kombinieren, Wut verarbeiten. „Sobald ich anfing zu schreiben“, sagt er, „merkte ich, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Nichts davon war geplant. Ich hatte keine Ahnung, wie viele Songs ich schreiben würde, aber von Anfang an wurde es ein Projekt mit stark kontrastierenden und sogar gegensätzlichen Tönen.“

18 Lieder sind es geworden, die teils Anleihen aus Industrial und Dark Wave aufweisen. Unterstützt haben ihn Schlagzeuger Josh Freese (Wheezer), Bassist Stu Brooks (Lady Gaga) sowie die Gitarristen Robin Finck (Nine Inch Nails) und Nili Brosh (Tony Mac-Alpine). Die rockige Verstärkung wird besonders in der Single „True“ deutlich, wenn die E-Gitarre versucht, sich durch erheblichen Lärm zu schlängeln, der so klingt, als würde man Felsen aufeinanderschlagen. Geschliffen werden sie von Elfmans Stimme, die etwas von Zukunft und Harmonie murmelt. „Ich wusste von Anfang an, dass dies keine saubere, einfach zu kategorisierende Platte werden würde“, sagt Elfman. „Sie war immer dazu bestimmt, diese verrückte Kakofonie zu sein, denn das ist es, was ich bin. The Big Mess ist ich.“

Neben dem großen Chaos gibt es aber auch Balladen wie das orientalisch angehauchte „In Time“. Da wünscht man sich, dass Burton ein tanzendes Paar auf die Leinwand bringt und die wunderschöne Musik weiterleben lässt. Einen ikonischen Satz hat Elfman schon: „Mit der Zeit werden wir uns alle selbst kreieren.“ Bravo!

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