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Im Fernsehinterview hat Laura Bush - Sie erinnern sich: die Frau des ehemaligen US-Präsidenten - jetzt davon erzählt, dass sie und ihr Mann in Dallas noch

Im Fernsehinterview hat Laura Bush - Sie erinnern sich: die Frau des ehemaligen US-Präsidenten - jetzt davon erzählt, dass sie und ihr Mann in Dallas noch immer kaum Möbel haben. Als neulich Gäste kamen, seien Freunde und der benachbarte Secret Service so nett gewesen, ihnen Tisch und Stühle zu leihen. Zum Kochen, so Laura Bush, habe sie noch gar keine Zeit gefunden. Die Zeitung komme leider nicht selten zu spät. Mag die Welt in Stücke gehen und George W. Bush mehr als ein Scherflein dazu beigetragen haben: Tapfer richten sich die Bushs jetzt als Rentner ein und kämpfen gegen die Tücken des Alltags wie wir alle.

In London enthüllt derweil die Tageszeitung Guardian, dass das Drehbuch zu einem soeben gesendeten BBC-Spielfilm über die Regierungszeit von Margaret Thatcher - Sie erinnern sich: die ehemalige britische Premierministerin - geändert worden ist. Ziel der Änderungen war es demnach, Thatcher in ein etwas günstigeres Licht zu rücken. Entfernt wurde etwa eine Szene, in der ihr Mann sie vor den Folgen des Falkland-Krieges warnt. Männer werden sterben, sagt er. Für Großbritannien, für die Nation, für die Freiheit, sagt sie. Für Dich, Margaret, für Dich, sagt er. Ein weiteres Beispiel belegt, dass diese Stelle nicht der Kitschgefahr wegen gestrichen wurde: Auch eine Passage, in der Thatcher als Caligula bezeichnet wurde, entfiel für die endgültige Fassung. Hier ist interessant, dass die BBC - der der Guardian ein Einknicken gegenüber den Anhängern Thatchers vorwirft - ihren Zuschauern immerhin zutraut zu wissen, wer Caligula ist. Die andere sich daran anschließende Frage indes, wieso Thatcher mit Blick auf die Entwicklungen noch Anhänger hat, erübrigt sich angesichts des jüngsten Wahlerfolgs der FDP. Mag Großbritannien unter der Finanzkrise ächzen und Premier Thatcher mit Privatisierungen und, nun ja, Eingriffen ins Sozialsystem alles gut dafür vorbereitet haben: Thatcher soll dem Fernsehpublikum nicht noch schlimmer in Erinnerung bleiben, als es unvermeidlich ist.

Überlegt man, woher der tiefsitzende Grimm über solche Vorgänge kommt, zeigt sich: So dumm es ist, im Tierfilm aus Pinguinen Leute wie dich und mich zu machen, so widerwärtig ist die Verniedlichung von Spitzenpolitikern. Sie sind nicht possierlich. Und sie sind ganz gewiss nicht vom Aussterben bedroht.

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