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Die Schauspielkollegen Axel Milberg (l.) und Sibel Kekilli (r.).

Tatort

Borowski in der Zange

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Der Kieler "Tatort" wartet mit Atmosphäre, Späßchen, Frauenpower und einem unerwarteten Thema auf.

Der Kieler "Tatort" wartet mit Atmosphäre, Späßchen, Frauenpower und einem unerwarteten Thema auf.

Immer wieder einmal wird ausgerechnet der sprödeste aller aktuell im Dienst befindlichen „Tatort“-Kommissare in atmosphärisch flirrende Situationen gebracht. Die interessantesten Frauen interessieren sich für ihn. Borowski (Axel Milberg) interessiert sich auch, ein bisschen, im Rahmen seiner übersichtlichen emotionalen Möglichkeiten.

Auch diesmal ist es so. Man darf den surrealen Flirt auf keinen Fall verpassen. Denn neben Sarah Brandt (Sibel Kekilli), die es mit Fassung trägt, steht eine weitere Kollegin von Format an Borowskis Seite, die schwedische Schauspielerin Lisa Werlinder. Sie spielt eine Südschleswiger Polizistin und Minderheiten-Dänin und ironisiert, durch ein wirklich nicht lahmes Drehbuch von Daniel Nocke unterstützt, fidel die Klischees von der freizügigen Skandinavierin.

„Borowski und der brennende Mann“, inszeniert von Lars Kraume (dem Autor des Nina-Kunzendorf-Abschieds-„Tatorts“), greift ein nicht ausgelaugtes Thema auf – wie arrangieren und arrangierten sich in Schleswig-Holstein Norddeutsche, Dänen und nach 1945, noch dazu die Flüchtlinge aus dem Osten? Denn die Skandinavienkrimi-schaurigen Morde in dieser „Tatort“-Folge hängen mit einer alten Geschichte zusammen.

Trotzdem spannend

Die ist sehr böse und am Ende nur halblogisch und auch nur halboriginell, aber trotzdem spannend erzählt. Auch hängt sie wiederum, und das ist erstaunlich, mit Borowskis bravem Chef (Thomas Kügel) zusammen. Der fiel bisher nur durch Kochkünste und Dauereheprobleme auf. Jetzt ist er kreuzunglücklich und in höchster Gefahr. Der Kriminalrat in höchster Gefahr, ein Paradox. Borowski ist fassungslos. Und außerdem ist ja noch bald Weihnachten, sodass dieser Kieler NDR-„Tatort“ sich dermaßen nordisch stimmungsvoll und antizyklisch gibt, dass man auch seine helle Freude an Bild und Ton hat.

Tatort: Borowski und der brennende Mann, ARD, Sonntag, 20.15 Uhr

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