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Reichelt-Affäre: Ex-Bild-Mitarbeiterin klagt in USA gegen Springer wegen sexueller Belästigung

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Von: Katja Thorwarth

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Ex-Bild-Chef Julian Reichelt dürfte aufgrund einer Klage einer seiner ehemaligen Mitarbeiterinnen wieder in den Fokus rücken.
Ex-Bild-Chef Julian Reichelt dürfte aufgrund einer Klage einer seiner ehemaligen Mitarbeiterinnen wieder in den Fokus rücken. © Roland Weihrauch/dpa

Ex-Bild-Chef Julian Reichelt musste wegen des Vorwurfs des Machtmissbrauchs das Springer-Unternehmen verlassen. Nun klagt eine ehemalige Mitarbeiterin - gegen Springer.

Los Angeles / Berlin - Im Oktober 2021 platze die Bombe. Der damalige Bild-Chefredakteur Julian Reichelt musste nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs in Verbindung mit angeblich einvernehmlichen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen den Hut nehmen.  Bereits im Frühjahr 2021 hatte Springer ein internes Verfahren gegen Reichelt zur Überprüfung der Vorwürfe angestoßen, die zunächst jedoch ohne Konsequenzen geblieben waren.

Die Recherchen des Ippen-Investigativ-Teams sowie ein Medienbericht der New York Times hatten im Oktober schließlich zu dem Rauswurf geführt. Für Springer hatte die Affäre bislang kein juristisches Nachspiel, doch das ändert sich nun: Eine ehemalige Bild-Mitarbeiterin reichte im August in Los Angeles eine Zivilklage gegen das Springer-Unternehmen ein. Das geht aus der Gerichtswebsite hervor; dort ist auch ein Anhörungstermin im Dezember genannt. Zuerst berichtete das Medienmagazin Medieninsider. Zu den Anklagepunkten gegen Springer zählt unter anderem sexuelle Belästigung. 

Reichelt-Affäre: Ehemalige Mitarbeiterin verklagt Springer in den USA

Der Medieninsider berichtet weiter, dass sich die Klage im Speziellen gegen die in den USA ansässige Axel Springer Services Inc. als auch gegen die Bild GmbH richte.  Folgend heißt es, die Klägerin behalte sich vor, gegen andere mögliche Verantwortliche juristisch vorzugehen. Sie lässt sich demnach von einer Kanzlei vertreten, die auf Diskriminierung am Arbeitsplatz spezialisiert sei. Sprich: Für das Springer-Unternehmen könnte es teuer werden.

Die Causa ist nicht nur im Hinblick auf mögliche Schadensersatzforderungen interessant. Auch Julian Reichelt dürfte wenig erfreut sein ob der Tatsache, dass Vorwürfe, die er stets bestritten und als „Schmutzkampagne“ bezeichnet hat, in einem Verfahren konkretisiert werden. Schließlich wirbt Reichelt gerade für sein neues YouTube-Format Achtung, Reichelt.

Vorwürfe gegen Springer in der Reichelt-Affäre: „Beihilfe zur Belästigung“

Ein Sprecher von Axel Springer teilte am Dienstag auf Anfrage mit: „Wir prüfen die Klage und werden zu gegebenem Zeitpunkt dazu Stellung nehmen.“ Wie der Medieninsider schreibt, werden dem Unternehmen „Rechtsverstöße in insgesamt elf Punkten vorgeworfen, darunter sexuelle Belästigung, Vergeltungsmaßnahmen, Beihilfe zur Belästigung, Diskriminierung und Vergeltung sowie der Vorwurf, nichts dagegen unternommen zu haben.“ (ktho/dpa)

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