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Spotify-CEO Daniel Ek in New Orleans.
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Spotify-CEO Daniel Ek in New Orleans.

Spotify

Ein Bier für tausend Klicks

  • Patrick Schlereth
    VonPatrick Schlereth
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Mehr als 24 Millionen Nutzer hören kostenlos mehr als 20 Millionen Songs, mittlerweile sogar auf dem Smartphone: Mehr als jeder andere Streaming-Dienst macht Spotify Musik zum Allgemeingut und rettet nebenbei die Branche – doch der Künstler hat wenig davon.

Na also, langsam wird’s doch. Musste der moderne Musikhörer bisher unterwegs auf seine Lieblingsmusik verzichten, greift er nun per Smartphone auf das kostenlose Angebot des Streaming-Dienstes Spotify zu. Die Abspieldauer ist zwar beschränkt und die selbst erstellte Playlist wird nur in zufälliger Reihenfolge abgespielt, aber irgendwie muss Spotify ja auch an Premium-Kunden kommen. Die Bibliothek mit mehr als 20 Millionen Songs wächst kontinuierlich, selbst störrische Größen der Musikbranche lassen sich früher oder später mit Exklusivverträgen locken –  sogar Led Zeppelin ist mittlerweile an Bord.

Musik wird endlich zum kostenlosen Allgemeingut für jeden, der das hin und wieder eingespielte Werbegedudel verkraften kann. Auf dem Zug in die Zukunft der Branche steht Spotify – oder? Die großen Plattenfirmen und mehr als 24 Millionen Kunden auf der ganzen Welt sagen ja, der durchschnittliche Künstler widerspricht. Der bekommt mit einem Klick auf seinen Song nämlich lächerlich wenig ab vom riesigen Spotify-Kuchen. Waren es anfangs eher Independent-Bands, die diesen Umstand kritisierten, beschweren sich mittlerweile auch bekanntere Stimmen wie Placebo-Frontmann Brian Molko oder Radiohead-Songwriter Thom Yorke, der kürzlich twitterte: „Macht euch das klar: Neue Künstler, die ihr auf Spotify entdeckt, werden nicht bezahlt – im Gegensatz zu den Shareholdern der Firma. Spotify ist einfach schlecht für neue Musik.“

Vergütung soll mit Nutzerzahlen steigen

Das Mitleid mit musikalischen Schwergewichten und Großverdienern wie Yorke oder Molko sollte sich wohl in Grenzen halten. Wenn aber tausend Klicks auf die neue Single einer Newcomer-Band für die Künstler gerade mal ausreichen, um sich an der nächstgelegenen Bar ein Bier zu teilen, steht zu befürchten, dass die musikalische Vielfalt verloren geht: Die Großen werden größer und die Kleinen sterben aus. Spotifys Ratschlag für die Unbekannten: Besseres Verhandlungsgeschick beweisen, wenn die Verträge mit den Plattenfirmen ausgehandelt werden. Der größte Teil der riesigen Zielgruppe dürfte sich ohnehin kaum daran stören, während er zu Justin Timberlake oder Lady Gaga durch die Wohnung tanzt.

Aller Kritik zum Trotz werden sich auch in Zukunft die wenigsten Künstler dazu entschließen, nicht auf Spotify vertreten zu sein. Immerhin geht es bei dem Streaming-Dienst nicht nur um Geld, sondern auch darum, den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Und wo tut man das heutzutage besser als auf Spotify? Der Streaming-Dienst verspricht, die Vergütung der Künstler werde zusammen mit den Nutzerzahlen steigen. Bleibt zu hoffen, dass Spotify Recht behält.

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