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Martina Gedeck und Moritz Bleibtreu stellen ihren Film "Der Baader Meinhof Komplex" vor.
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Martina Gedeck und Moritz Bleibtreu stellen ihren Film "Der Baader Meinhof Komplex" vor.

Rom

RAF beim Filmfestival

Den römischen Kinogängern sind Mafia-Streifen wohl eher vertraut als der deutsche Terrorismus, dennoch haben es zwei RAF Filme in das Programm des dritten internationalen Filmfestivals geschafft.

Rom. Die Mafia und die italienischen Roten Brigaden sind den römischen Kinofreaks auch von der Leinwand wohl vertraut. Jetzt kommt die Rote Armee Fraktion (RAF) an den Tiber.

Gleich zwei Filme zur "bleiernen Zeit" des Terrorismus in Deutschland und seinen Folgen haben die Programmmacher in das dritte internationale Filmfestival in Rom aufgenommen. Außer Konkurrenz läuft Uli Edels "Der Baader Meinhof Komplex", der mit seiner starken Besetzung auch deutscher Bewerber um den Oscar für den besten ausländischen Film ist - und damit in Konkurrenz zum italienischen Anti-Mafia-Thriller "Gomorrha" von Matteo Garrone steht.

Unter den 20 Wettbewerbsfilmen in Rom ist dagegen "Schattenwelt" der Darmstädter Regisseurin Connie Walther (46), die sich Nachwehen der mörderischen RAF-Jahre widmet.

In bleiernen bis stumpf-bräunlichen Farben gehalten, erzählt "Schattenwelt", eher im Fernsehspielformat, eine Geschichte nach der Geschichte: Nach 22 Jahren wird der vollbärtige RAF-Terrorist Volker Widmer, gekonnt gespielt von Ulrich Noethen, aus der Haft entlassen.

Vorsichtig, misstrauisch und menschenscheu tappt er durch seine neue Freiheit und lernt scheinbar zufällig als Nachbarin eine spröde und aggressive Frau (sehr stark: Franziska Petri) kennen. Sie entpuppt sich als Tochter eines Mannes, der von Widmers Kommando erschossen wurde, und will den Mörder ihres Vaters finden und bestrafen.

Dazu kommt: Opfer wird Täter. Jeder ist geschädigt, es herrscht bis in die Gegenwart hinein bleierne Zeit. Auch wenn am damaligen RAF-Tatort inzwischen ein Shopping-Center steht: "Deutschland im Herbst" scheint immer noch angesagt zu sein.

Vor der Weltpremiere von "Schattenwelt" am Freitagabend konnten sich die versammelten Kritiker schon ein Bild von einem Land machen, in dem keiner lacht, weil keiner was zu lachen hat. Das triste und brüske Drama um eine persönliche Aufarbeitung jüngerer deutscher Vergangenheit ließ sie eher stumm und ratlos zurück. Sie hatten wohl anderes von Deutschland im Jahr 2008 erwartet.

"Schattenwelt" erzählt nicht nur eine Geschichte, der Film hat auch eine Vorgeschichte. Der frühere Terrorist Peter-Jürgen Boock als Co-Autor - das hatte drei Jahrzehnte nach dem Terrorjahr 1977 bereits bei den Dreharbeiten zu Schlagzeilen geführt. Selbstgefälligkeit und Arroganz wurden Boock vorgeworfen, der als eine RAF-Schlüsselfigur gilt und an der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer beteiligt war.

In der Debatte darum musste das Filmteam klarstellen, dass Boock nur ein "branchenübliches" Honorar erhalten habe. Denn die BR/Arte-Produktion hatte ein Budget von lediglich 1,3 Millionen Euro, um die fiktive Geschichte um Täter und Opfer zu drehen. (dpa)

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