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Medienpreis

Aufgeklärter Journalismus

Der Journalist und ehemalige Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“, Hans Werner Kilz, ist mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) würdigte bei der Preisverleihung in Mainz Kilz' Verdienste um einen „unabhängigen, mutigen und aufdeckenden Journalismus“.

Der Journalist und ehemalige Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“, Hans Werner Kilz, ist am Dienstagabend mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) würdigte bei der Preisverleihung in Mainz Kilz' Verdienste um einen „unabhängigen, mutigen und aufdeckenden Journalismus“. Die Grünen-Politikerin Antje Vollmer nannte Kilz in ihrer Laudatio einen „aufgeklärten“ politischen Journalisten, der unter anderem bei dem Magazin „Der Spiegel“ oder bei der „Süddeutschen Zeitung“ immer die Distanz zu den politischen Akteuren gewahrt habe. „Er vertraut auf die geschriebene und gedruckte Sprache“, sagte Vollmer.


Mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ehrt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident seit 1979 Menschen, die sich um die deutsche Sprache verdient gemacht haben. Sie wird jedes Jahr am Todestag des Schriftstellers und Dramatikers Carl Zuckmayer vergeben. Zu der Auszeichnung gehört auch ein 30-Liter-Fass Wein aus Zuckmayers Geburtsort Nackenheim. „Journalisten wie Ihnen ist es zu verdanken, dass viele Menschen die Qualität von Printmedien Tag für Tag aufs Neue zu schätzen wissen“, sagte Beck an Kilz gewandt. Der Preis habe die Pflege der deutschen Sprache zum Ziel, fügte der Ministerpräsident hinzu. Und auch den Journalisten Kilz präge wie Zuckmayer eine tiefe Verbundenheit mit dem Wort.


Keine Angst vor großen Themen


Auch Vollmer stellte die Gemeinsamkeiten von Zuckmayer und Kilz heraus: Beide seien aus der „Provinz“ gekommen und hätten vermutlich daher die „Großen dieser Welt“ so gut verstanden. Kilz habe in seinem Beruf nie Angst „vor den Großen dieser Welt und den großen Themen“ gehabt. Bei seinen journalistischen Arbeiten habe er penibel recherchiert und sich bei seinen Artikeln von Fakten leiten lassen. Dabei habe Kilz die Medien nie als politischen Akteur und „Volkesstimme“ verstanden.
Kilz selbst bezeichnete seine Ehrung mit der Zuckmayer-Medaille als „ehrenvolle Auszeichnung“. Zuckmayers Werke seien indes „haltbarer als die von Journalisten“. Vieles, was die Medien produzierten, sei meist nicht mehr als „Tagesprosa“.


Kilz wurde in Worms geboren und absolvierte eine journalistische Ausbildung in Düsseldorf und am Institut für Publizistik in Mainz. Er arbeitete zunächst als Redakteur bei der „Wormser Zeitung“ und der „Allgemeinen Zeitung“ in Mainz. 1970 wechselte Kilz zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und von 1996 bis Ende 2010 war er Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“. Preisträger der vergangenen Jahre waren unter anderem der Sänger Udo Lindenberg, der Regisseur Volker Schlöndorff und der Schauspieler Armin Mueller-Stahl.


Für Diskussion rund um die Auszeichnung sorgte am Dienstag ein Bericht der „Allgemeinen Zeitung“. Danach hat sich Beck bei der Wahl von Kilz nicht an den Vorschlag der Jury gehalten. Ein großer Teil hätte anstelle von Kilz den aus Mainz stammenden Philosophiehistoriker Kurt Flasch bevorzugt, schrieb das Blatt. Die Landesregierung dementierte die Vorwürfe. Die Jury habe drei Leute vorgeschlagen „aus denen wir aussuchen durften. So steht es in der Satzung, so haben wir es gemacht“, unterstrich Beck.

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