Rick Wright gestorben

Architekt von Pink Floyd

Eigentlich wollte Rick Wright Architektur studieren. Stattdessen brachte er sich selbst das Klavierspielen bei, wurde Musiker - und schließlich Architekt eines Sounds, der die Popmusik veränderte.

Von THOMAS WINKLER

Eigentlich wollte Rick Wright Architektur studieren. Stattdessen brachte er sich selbst das Klavierspielen bei, wurde Musiker - und schließlich Architekt eines Sounds, der die Popmusik veränderte. Der Keyboarder war für die Öffentlichkeit kaum mehr als nur die graue Eminenz von Pink Floyd, aber wirkte im Schatten größerer Egos doch als prägende Figur ihrer Anfangstage und entscheidender Gestalter ihres Klangbildes. Ohne ihn wäre die britische Gruppe nie das geworden, was sie wurde: Eine der erfolgreichsten und am stärksten stilbildenden Rockbands überhaupt.

Wright machte schon ab 1964 zusammen mit seinen beiden Kommilitonen Roger Waters und Nick Mason in London Musik. Zwei Jahre später stieß Syd Barrett dazu und Pink Floyd waren geboren. In diesen ersten Jahren spielte die Band eine den damaligen Zeiten entsprechende Drogen-Dudelmusik, die allerdings schon damals die konzeptionelle Großmannssucht erahnen ließ, mit der Pink Floyd später zu internationalen Superstars werden sollten.

Auch wenn der legendäre Barrett das Gesicht von Pink Floyd in dieser Zeit war, schrieb Wright doch viele der wichtigsten Songs und war als Keyboarder zudem entscheidend an den Sound-Tüfteleien beteiligt, die Pink Floyd von ihren hippiesken Konkurrenten unterschieden. Doch dann, Pink Floyd verkauften mittlerweile Millionen Platten, wurde Wright personelles Opfer des nach dem Abgang von Barrett in der Band tobenden Machtkampfes zwischen Waters und dem neuen Gitarristen David Gilmour. Die Auseinandersetzung eskalierte 1979 während der Aufnahmen zu "The Wall". Hauptsongschreiber Waters drängte den Keyboarder zusehends an den Rand, weil Wright eher für die altbackenen psychedelischen Wurzeln von Pink Floyd stand und zu dieser Zeit drogenbedingt die Arbeit vernachlässigte. Waters überredete Gitarrist Gilmour, Wright zu entlassen. Anschließende Solo-Versuche von Wright erbrachten zwar einige Veröffentlichungen, aber nur marginale Erfolge.

Erst nach dem Abgang seines Gegenspielers 1985 integrierte Gilmour seinen alten Kumpel wieder, und Wright begann nach der Überwindung einer Schreibblockade sogar erneut Kompositionen beizutragen. Als Pink Floyd 2005 zum weltweiten Live-8-Konzert in Originalbesetzung antraten, stand Wright erstmals seit 24 Jahren wieder mit seiner Nemesis Waters gemeinsam auf einer Bühne - es sollte das unwiederbringlich letzte Mal gewesen sein. Am Montag erlag Richard Wright im Alter von 65 Jahren einem Krebsleiden.

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