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Der Geschäftsführer des Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, Wolfgang Fürstner, befürchtet, dass sich öffentlich-rechtliche Internetmedien auch in Deutschland ungebremst ausdehnen werden. Er verweist dazu auf Pläne der öffentlich-rechtlichen BBC in Großbritannien, 65 neue Websites im Internet zu starten. (Bild: Screenshot)

Zeitschriftenverleger

Angst vor "Medienkombinaten"

Die Zeitschriftenverleger fordern ein generelles Verbot von Ratgeberportalen der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender im Internet.

Hamburg (dpa) - Die Zeitschriftenverleger fordern ein generelles Verbot von Ratgeberportalen der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender im Internet. Dies sollte in der Negativliste zum Rundfunkstaatsvertrag festgelegt werden, erklärte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Freitag. Sendungsbezogene Ratgeberportale würden eine Negativliste in ihr Gegenteil verkehren, meinte der Verband und verlangte eine klare gesetzliche Beschränkung des Online-Auftrags von ARD und ZDF.

Er verwies dazu auf Pläne der öffentlich-rechtlichen BBC in Großbritannien, 65 neue Websites im Internet zu starten. Darin sehe der Verband seine Befürchtungen bestätigt, dass sich öffentlich-rechtliche Internetmedien auch in Deutschland ungebremst ausdehnen werden.

"Da entstehen regelrechte Medienkombinate. Dass dies selbst mit dem in Deutschland häufig als Vorbild gepriesenen Public-Value-Modell der BBC möglich sind, zeigt, wie unverzichtbar eine klare gesetzliche Beschränkung des Online-Auftrags ist", erklärte VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner.

Änderungen am Entwurf des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags forderten auch die Landesmedienanstalten und die Film- und Fernsehproduzenten. Die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten, die die Privatsender kontrollieren, verlangte, am Drei-Stufen-Test bei Einführung neuer Angebote von ARD und ZDF beteiligt zu werden.

Die Anstalten und ihre Sachverständigen-Kommissionen sollten "als unabhängige Sachwalter des dualen Systems verpflichtend zumindest als gutachterliche Dritte in den Entscheidungsprozess mit eingebunden werden", hieß es in einer Mitteilung.

Die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen verlangte, die Abruffrist von sieben Tagen im Internet auf diejenigen ARD- und ZDF-Sendungen zu beschränken, die von den Sendern selbst produziert wurden. Ein automatischer Rechteerwerb für die digitale Verbreitung von Sendungen, die nicht als Eigenproduktionen hergestellt wurden, soll ausgeschlossen werden. Damit wollen die Produzenten eine Wettbewerbsbehinderung abwenden.

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