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Dieter Kraus (mit Saxophon), der in der Kinderoper "Der unsichtbare Vater" den Papa spielt, mit Kindern aus dem Publikum bei der Probe.
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Dieter Kraus (mit Saxophon), der in der Kinderoper "Der unsichtbare Vater" den Papa spielt, mit Kindern aus dem Publikum bei der Probe.

Stuttgart

Amelie Frieds Kinderbuch als Oper gefeiert

Rund 200.000 Ehescheidungen gibt es jedes Jahr in Deutschland. Betroffen sind davon jährlich etwa 150.000 Kinder. Für sie hat Amelie Fried ein Kinderbuch geschrieben, das jetzt als Oper zu sehen ist.

Stuttgart. Rund 200.000 Ehescheidungen gibt es jedes Jahr in Deutschland. Unfreiwillig betroffen sind davon jährlich etwa 150.000 Kinder. Für sie hat die TV-Moderatorin und Bestsellerautorin Amelie Fried ein Kinderbuch geschrieben, das jetzt auch den Weg auf die Bühne gefunden hat.

In Stuttgart wurde am Sonntag die Kinderoper "Der unsichtbare Vater" uraufgeführt - und vom Publikum mit viel Applaus bedacht. "Ich bin überwältigt, wie die eigene Geschichte eine ganz andere Form bekommen hat", sagte Fried. "Das hätte ich selbst nie so hinbekommen."

Können neue Väter die alten ersetzen? Wie gelingen Patchwork-Familien? Um diese Fragen dreht sich die Geschichte. Der neunjährige Paul darf seinen Vater nicht mehr sehen. "Was vorbei ist, ist vorbei", sagt die Mutter. "Er hatte doch nie Zeit für uns. Es ist besser für dich, dass wir uns getrennt haben." Paul sieht das anders und versucht alles, um den neuen Lebenspartner seiner Mutter zu verjagen. Er flüchtet in eine Traumwelt, in der sein Vater nicht wirklich weg, sondern nur verzaubert und unsichtbar ist und als Saxofonspieler musikalisch Verbindung zu ihm aufnehmen kann.

"Ich wollte die Not eines Trennungskindes aufzeichnen, aber auch Verständnis für die Konflikte der getrennten Eltern wecken", sagt Amelie Fried. Die Kinderoper deutet darüber hinaus noch eine ganz andere Dimension an: Die Komponistin Juliane Klein - selbst alleinerziehende Mutter - zielt mit ihrer Musik auf das "Unsichtbare", das Paul für real hält. Der unsichtbare Vater wird zur transzendenten Immanenz - von der sich auch die Dramaturgin Barbara Tacchini inspirieren ließ, wie sie erklärt: "Ein unsichtbarer Vater ist immer da, aber niemand sieht ihn."

Unsichtbar wird auf diese Weise auch der Autor. Man muss nicht Roland Barthes' und Michel Foucaults "Tod des Autors" bemühen, um zu sehen, wie ein Werk - zumal in einem anderem Kunst-Genre mit neuer Interpretation - den Schriftsteller überlagert. Die Junge Oper Stuttgart geht noch einen Schritt weiter und macht das Publikum zum Akteur. Alle spielen mit. Eine Stunde vor Beginn der Vorstellung studieren die Musiker mit den großen und kleinen Besuchern Lieder, Sprechchöre und Massen-Szenen ein.

Unter der musikalischen Leitung von Kristina Sibenik und der Regie von Johannes Rieder setzen die Zuschauer zusammen mit einem Sänger und drei Musikern die gelungene Komposition in Szene - und feiern sich am Ende gegenseitig. (dpa)

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