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Alte Oper Frankfurt

Der alteuropäische Klang aus Minneapolis

  • VonBernhard Uske
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Ist es das ländliche Produktionsklima Minnesotas, das dem Orchester dieses US-Bundesstaates im mittleren Westen seinen eigentümlichen Klang gibt? Osmo Vänska und das Minnesota Orchestra in der Alten Oper.

Ist es der agrarische Hintergrund, das ländliche Produktionsklima Minnesotas, das dem Orchester dieses amerikanischen Bundesstaats im mittleren Westen seinen eigentümlichen Klang gibt?

Fast fühlte man sich an altes mitteleuropäisches, namentlich deutsches Orchestertimbre erinnert, als bei Pro Arte das im Jahre 1903 als Minneapolis Symphony Orchestra gegründete, heute Minnesota Orchestra genannte Ensemble sein Frankfurter Gastkonzert gab. Seit 2003 ist der Finne Osmo Vänskä Chefdirigent des Klangkörpers.

Ganz zu Beginn des Abends, bei John Adams' viertelstündiger "Slonimsky's Earbox" (1996) konnte man noch an etwas klobiges US-amerikanisches Industrial Design denken, so wuchteten und stampften die minimalisierten Rhythmus- und Intervallkolben der spätminimalistischen Pathetik durch den Großen Saal der Alten Oper.

Aber spätestens bei Max Bruchs Violinkonzert Nr.1 g-Moll op.26 war er unüberhörbar, der feste, schön tiefenbetonte Streicherklang des Orchesters. Eine perfekte Korrespondenz zum Ton Joshua Bells, dessen geradliniger Habitus im Klang der Stradivari "Huberman" von 1713 hervorragend aufgefangen wurde.

Schade nur, dass dem jungen Geiger und seinem dirigentischen Kombattanten zu den Lyrismen des langsamen Satzes nichts anderes einfiel als ein Gestaltungskonzept wie von zerlaufendem Brie-Käse.

Eine echte Kalorienbombe war schließlich Jean Sibelius' zweite Sinfonie, wo der kernige und voluminöse Klang der Minnesota-Streicher im Verein mit den gebeizten Holzbläsern und einer strahlenden Blechbläserbatterie die Kornkammer Amerikas und die finnische Holzgrube Europas musikalisch als auf dem selben Breitengrad angesiedelt präsentierte.

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