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Das Kameraauge wacht, nun muss jemand den Film kaufen.
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Das Kameraauge wacht, nun muss jemand den Film kaufen.

Handball-TV-Rechte

Alles für die Liga

Bei den Verhandlungen um die Fernsehrechte für Handball kollidieren die Interessen. Von Erik Eggers

Von ERIK EGGERS

Seit Monaten schreibt der Handball böse Schlagzeilen, von Korruptionsvorwürfen und Spielmanipulationen ist die Rede, von Vertuschung seitens der Funktionäre, eine ganze Sportart schaut in den Abgrund. Doch weiterhin buhlen das Deutsche Sportfernsehen (DSF), der paneuropäische Spartensender Eurosport und die Sport A, die Rechteagentur von ARD und ZDF, die derzeit für rund 480 000 Euro jährlich die Erstwertungsrechte bezahlt, um die Fernsehrechte der deutschen Handball-Bundesliga (HBL). "Ich hätte nicht vermutet, dass unsere Ausgangslage so gut ist", so der HBL-Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Werner.

Alles könnte prima sein

"Es gibt verschiedene Optionen", erklärt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann, der gemeinsam mit Liga-Prokurist Marc Schober und Präsidiumsmitglied Bob Hanning die Verhandlungen führt. Dass das DSF derzeit die besten Chancen besitzt, die besten Partien zu zeigen, ist in der Branche kein Geheimnis. Gut eine Million Euro jährlich hat der Münchner Sender geboten, um ab Sommer 2009 zwei Ligaspiele pro Woche live übertragen zu dürfen. Auch ein Magazinformat ist geplant, worauf die Handballfunktionäre großen Wert legen. Es könnte alles prima sein.

Wenn es da nicht diese Stimmen gäbe, die Verhandlungsführer Hanning einen Interessenskonflikt vorwerfen: Dass der Geschäftsführer der Füchse Berlin stets mit am Verhandlungstisch sitze, stinke zum Himmel, heißt es aus WDR-Kreisen. Hanning nämlich hat unzählige Live-Spiele des DSF als Co-Kommentator begleitet. Nun verhandelt er als Liga-Verantwortlicher ausgerechnet mit jenem Sender, dem er seit Jahren so sehr verbunden ist, dass viele mit ihm sogar den Sender assoziieren. Das wäre ungefähr so, als würde Franz Beckenbauer für die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit dem Pay-TV-Sender Premiere, dessen Gesicht er ist, über TV-Rechte diskutieren. "Das ist schon kritisch angemerkt worden", räumt HBL-Funktionär Werner ein. Aber es sei "völliger Humbug", dass Hanning die Sache so deichseln könne, dass am Ende nur das DSF die wertvollsten Rechte bekomme, so Bohmann. Das entscheide nicht Hanning, sondern werde "in den Gremien" der Liga verhandelt.

Hanning selbst findet seine Doppelrolle völlig unbedenklich. Die Art und Weise, wie verhandelt werde, seien "weder ein Bob-Hanning-Weg noch ein DSF-Weg", verteidigt er sich. Er sei übrigens "schon immer" ein Befürworter der TV-Präsenz der Handballklubs in den Öffentlich-Rechtlichen Formaten. Ihm gehe es nur darum, das beste Ergebnis für die Liga herauszuholen. "Wer die Rechte bekommt, ist mir sonst völlig egal", sagt Hanning. Vor allem habe er, darauf legt er weiterhin großen Wert, in all den Jahren "noch nie einen Pfennig für meine Tätigkeit als Co-Kommentator bekommen, außer Fahrt- und Hotelkosten". Wenn er also bei Handballspielen am Mikrofon sitze und die Spielzüge bewerte, dann sei das, verkündet er nicht ohne Pathos, "im Sinne der Liga für die Liga".

Ist Hanning also ein Missionar? Ein barmherziger Samariter seiner Sportart? Liga-Geschäftsführer Bohmann nimmt das offenbar an, jedenfalls erklärt er sich die kritischen Stimmen aus den Reihen der ARD als "ein Stück Verhandlungstaktik". Freilich verfügt der Berliner Manager auch über eine ganze Reihe von Privatsponsoren, die er auf seiner Webseite (www.bob-hanning.de) stolz präsentiert, darunter die Handballtextilhersteller Kempa oder den Wett-anbieter digibet. Präsentiert wird die Webseite vom Schweizer Versicherungskonzern SwissLife, dessen Logo Hanning, hier ganz Profi, bei seinen Fernsehauftritten gern per Aufkleber auf dem Revers präsentiert. Eine TV-Präsenz, die der Versicherer sicherlich nicht ungern registriert. Und womöglich auch honoriert.

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