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Einst gefeiert, nun in der Krise: die Musikplattform Soundcloud.
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Einst gefeiert, nun in der Krise: die Musikplattform Soundcloud.

Musikplattform

Alle Regler nach links bei Soundcloud

  • VonJochen Knoblach
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Die Berliner Musikplattform Soundcloud steckt in der Krise. Nun versucht sie einen Neustart. Unser Autor beleuchtet die Hintergründe.

Soundcloud, die vor zehn Jahren in Berlin kreierte Musikplattform, galt schon kurz nach ihrer Gründung als eine der Perlen der gerade explodierenden hauptstädtischen Start-up-Szene. Die Firma war die Berliner Antwort auf Spotify aus Schweden. Der Hauptstadt-Star, der schon bald in die USA expandieren sollte. Doch nun dreht Soundcloud alle Regler nach links. Die Firma schließt ihre Büros in San Francisco und London. 173 Mitarbeiter werden entlassen.

Das hatte Soundcloud-Mitgründer Alex Ljung per Blog-Eintrag am Donnerstagabend mitgeteilt. Die Einschnitte seien nötig für einen nachhaltigen Erfolg, so der Co-Chef des Unternehmens. Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge trennt sich Soundcloud damit von rund 40 Prozent der Belegschaft. Laut Ljung wolle man sich auf die Standorte Berlin und New York konzentrieren. Es geh um die Senkung der Kosten, die Fortsetzung des Wachstums und um „die unabhängige Zukunft von Soundcloud“, schrieb Ljung.

Der Mittdreißiger hatte Soundcloud zusammen mit Eric Wahlforss gegründet. Erste Versuche starteten die beiden Schweden zunächst in Stockholm, wo sie sich beim Wirtschafts- und Informatikstudium kennengelernt hatten. Sie wollten eine Musikplattform nach ihren Wünschen schaffen. Ein Portal, über das Musiker ihre Aufnahmen einfach und problemlos miteinander teilen konnten. Um aus der Idee ein Unternehmen zu machen, gingen beide nach Berlin. Und der Erfolg kam, schnell war Soundcloud international bekannt. Eine Seltenheit für ein deutsches Start-up.

2009 hatten Ljung und Wahlforss 2,5 Millionen Euro eingesammelt. Zwei Jahre später flossen weitere zehn Millionen US-Dollar. Auch der US-Schauspieler Ashton Kutcher hatte sich beteiligt. Und es ging weiter. Kurz nachdem das Start-up im März vergangenen Jahres mit einem werbefreien Zehn-Dollar-Abo auf den hart umkämpften US-Markt drängte, wurde der Kurznachrichtendienst Twitter Teilhaber von Soundcloud. Rund 70 Millionen US-Dollar soll das US-Unternehmen investiert haben. Taxwert des Unternehmens in dieser Finanzierungsrunde: 700 Millionen US-Dollar.

Abo-Modell wie bei Spotify und Apple Music

Soundcloud hebt sich von der Konkurrenz dadurch ab, dass auf der Plattform auch viele Remixes und Titel unbekannter Künstler ohne Plattenvertrag zu finden sind. Doch die Firma bietet auch einen Abo-Service mit einer traditionellen Musikauswahl wie Spotify oder Apple Music an. Welchen Erfolg Ljung und Wahlforss damit haben, ist allerdings unklar. Seit Jahren ist von 175 Millionen Nutzern die Rede.

Über die jüngere Entwicklung ist ebenso wenig bekannt wie über die Zahl derer, die für ein Abo bezahlen. Nicht einmal aktuelle Umsatzzahlen werden genannt. 2014 sollen es 17 Millionen Euro gewesen sein. Nun erklärte Alex Ljung in seinem Blogeintrag vom Donnerstag, Soundcloud habe die Einnahmen in den vergangenen zwölf Monaten verdoppeln können. Viel sagt das nicht aus. Aber tatsächlich konnte das Unternehmen Anfang vergangenen Jahres mit den Plattenlabels Universal und Sony wichtige Lizenzvereinbarungen abschließen.

Obwohl Soundcloud in der Vergangenheit immer wieder als Übernahmeobjekt genannt wurde, gibt sich Ljung zuversichtlich. „Soundcloud wird weiterhin der Platz für die Gegenwart und die Zukunft der Musik sein.“

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