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Snapchat kämpft mit sinkenden Nutzerzahlen.

Börse

Aktien von Snapchat und Amazon stürzen ab

Snapchat steigert den Erlös im Vergleich zum Vorjahr, aber verliert weiter Nutzer. Die Aktie der Foto-App stürzt um zehn Prozent ab. Auch die Amazon-Aktie bricht ein.

Die Foto-App Snapchat hat im Sommerquartal weiter Nutzer verloren und rechnet nicht mit einer raschen Trendwende. In den drei Monaten bis Ende September sank die Zahl der täglich aktiven User um ein Prozent auf 188 Millionen, wie die Snapchat-Mutter Snap am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. In einer Schalte mit Analysten sagte Finanzchef Tim Stone, dass der Nutzerschwund vorerst anhalten dürfte. Anleger ließen die Aktie daraufhin nachbörslich um zehn Prozent abstürzen.

Dabei konnte Snap die Erwartungen der Wall Street bei den Finanzergebnissen im jüngsten Quartal übertreffen. Die Erlöse kletterten im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 298 Millionen Dollar. Der Verlust nahm von 443 Millionen auf 325 Millionen Dollar ab.

Snapchat leidet schon länger unter scharfer Konkurrenz durch Facebooks Tochter Instagram, zudem kamen die jüngsten Umgestaltungen der einst besonders bei jüngeren Leuten sehr populären App bei vielen Nutzern nicht gut an.

Der Online-Versandhändler Amazon traut sich trotz glänzender Geschäfte keine großen Sprünge im Weihnachtsgeschäft zu. Auch nach einem Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar im dritten Quartal nach 256 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum rechnet der Konzern aus Seattle nicht mit einer reichen Bescherung. Fürs traditionell umsatzstarke Weihnachtsquartal geht der weltgrößte Onlinehändler maximal von Erlösen von 72,5 Milliarden Dollar sowie mit einem Betriebsgewinn von bestenfalls 3,6 Milliarden Dollar aus. Der Umsatz entspräche einem Plus von einem Fünftel, was das schlechteste Quartalswachstum seit zumindest Anfang 2016 wäre. Anleger nahmen Reißaus: Nachbörslich gab die Aktie mehr als sechs Prozent nach.

Amazon-Gründer Bezos ist der reichste Mann der Welt

Dabei profitierte der Konzern im dritten Quartal erneut von seiner Stärke im Cloudgeschäft wie auch im traditionellen Onlinehandel. Der Umsatz kletterte um 29 Prozent auf 56,6 Milliarden Dollar. Dies reichte allerdings auch nicht an die Erwartungen von Analysten heran.

Finanzchef Brian Olsavsky betonte trotzdem gegenüber Journalisten, Amazon erwarte ein „starkes Weihnachtsgeschäft“. Der Ausblick spiegele das wider. Amazon ist es den vergangenen Quartalen immer besser gelungen, trotz hoher Investitionen in den schwarzen Zahlen zu landen. Zuletzt sei die Belegschaft nicht mehr so schnell ausgebaut, Lager seien besser genutzt und Rechenzentren ausgelasteter gewesen, fasste Olsavsky einige der Bemühungen zur Eindämmung der Kosten zusammen.

Amazon-Gründer und -Chef Jeff Bezos - inzwischen laut Forbes der reichste Mann der Welt - hat den Konzern mit dem margenschwachen Online-Handel groß gemacht. Trotzdem investierte er frühzeitig auch in andere Bereiche wie Cloud-Dienste (AWS), Hardware wie die Echo-Lautsprecher oder Kindle-Lesegeräte und stieg mit der milliardenschweren Übernahme von Whole Foods ins Lebensmittelgeschäft ein. Das Cloud-Geschäft, in dem AWS inzwischen als Marktführer vor Microsoft und Google agiert, entpuppte sich schnell als Umsatzgarant. Im dritten Quartal legten die Erlöse um 46 Prozent auf knapp 6,7 Milliarden zu (dpa/rtr)

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