1. Startseite
  2. Hintergrund

Zu viel Gefühl

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Felix Lill

Kommentare

Abschlussfeier der Paralympischen Spiele Tokio 2020 im Olympiastadion in Tokio
Abschlussfeier der Paralympischen Spiele Tokio 2020 im Olympiastadion in Tokio. © PHILIP FONG/AFP

Die Paralympics in Japan sollten für mehr Wertschätzung von Diversität sorgen. Mit Mitgefühl allein ist dieses Ziel längst nicht erreicht. Der Kommentar.

So groß waren die Paralympischen Spiele noch nie. Mindestens 4,25 Milliarden Menschen in rund 150 Ländern haben die größte Behindertensportveranstaltung der Welt im TV gesehen. Auch mit den rund 4400 Sportlerinnen und Sportlern, die nach Tokio reisten, wurde ein Rekord erreicht. Während der Spiele übertrug Japans öffentlicher Rundfunksender NHK rund 600 Stunden Livesport – ein historischer Rekord für ein Gastgeberland. Und im Studio saßen diverse Expertinnen und Experten – mit diversen Behinderungen.

Ein großer Erfolg also? Nicht ganz. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) sowie das lokale Organisationskomitee haben das zwar immer wieder betont. Doch die Darstellung ist strittig: Kritiker werfen dem IPC „emotionale Pornografie“ vor, da immer wieder die persönlichen Tragödien der Athletinnen und Athleten in den Vordergrund gestellt worden seien. Um den Sport sei es viel zu selten gegangen. Die Paralympics in Japan sollten für mehr Wertschätzung von Diversität sorgen. Mit Mitgefühl allein ist dieses Ziel längst nicht erreicht.

Auch interessant

Kommentare