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„Wir haben flächendeckend ein Problem“: Viele Krankenhäuser arbeiten eingeschränkt

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Von: Alisha Mendgen

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Die Corona-Zahlen sind hoch wie nie. Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Corona-Zahlen sind hoch wie nie. © dpa

Der Anstieg der Omikron-Infektionszahlen sorgt für Personalmangel in den Kliniken. Die Mehrheit der Krankenhäuser kann nicht mehr alle Behandlungen anbieten.

Angesichts steigender Omikron-Infektionszahlen wird die Versorgungslage in den Kliniken nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) immer angespannter. „Wir haben flächendeckend ein Problem mit Personalausfällen durch Quarantäne und Isolation“, sagte der Vorsitzende Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Eine aktuelle Umfrage des DKI zeigt, dass 75 Prozent der Krankenhäuser nicht mehr in der Lage sind, ihr normales Leistungsangebot anzubieten. Und ausschlaggebend dafür sind die Personalausfälle.“

Zeitgleich registriere die DKG Höchststände von Infizierten auf den Normalstationen, auch der Aufwand wegen des Infektionsschutzes sei groß. „Und die hohen Inzidenzen lassen auch kein Durchatmen in der kommenden Woche erwarten. Einzig positiv ist, dass die Belegung auf den Intensivstationen nicht weiter ansteigt“, betonte Gaß. „In dieser Situation müssen die Krankenhäuser die Regelversorgung wegen der Personalausfälle einschränken.“

Das habe „dramatische finanziellen Folgen“, weil die Regierung den am 20. März ausgelaufenen Corona-Rettungsschirm für Kliniken nicht fristgerecht und frühzeitig verlängert habe. Der Verbandschef kritisierte: „Hier gehen die Entscheidungen nicht zusammen. Einerseits wird bis auf den Basisschutz gelockert, selbst die Maskenpflicht im Einzelhandel wird gestrichen. Anderseits werden die Kliniken nicht abgesichert.“ Die Liquidität sei gefährdet. „Jetzt gibt es zwar Ankündigungen, die Ausgleichszahlungen bis Mitte April und den Versorgungszuschlag bis Juni zu verlängern“, sagte Gaß. „Ich kann die Politik und den Bundesgesundheitsminister nur dringend auffordern, auch über den April hinaus Klarheit zu schaffen“.

Anders sieht die Lage bei den Feuerwehren und der Polizei aus. So seien dem Deutschen Feuerwehrverband keine Situationen bekannt, die nicht etwa mit dem Einsatz von Freiwilligen Feuerwehren als Ersatz bewältigt werden könnten, sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse. Genaue Zahlen zur Krankenlage gebe es jedoch auf Bundesebene nicht.

Auch die Gewerkschaft der Polizei erhebt keine Krankheitsstände aller Polizeistellen, verwies aber auf die geltenden Schutzvorschriften. Entscheidend sei, dass die Polizeien bereits zu Beginn der Pandemie sehr umsichtig auf die möglichen Gefahren für die Beschäftigten reagiert hätten, sagte der Bundesvorsitzende, Oliver Malchow.

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