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Wenn die Mutter mit dem Sohne

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Von: Kristina Dunz, Markus Decker

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Verteidigt sich mitunter selbst: Ministerin Christine Lambrecht (SPD).
Verteidigt sich mitunter selbst: Ministerin Christine Lambrecht (SPD). © AFP

Kritik auch aus der SPD: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht nimmt Sprössling mit in Flugbereitschaft der Bundeswehr und macht dann Urlaub auf Sylt

Am 15. April postete der Sohn von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ein Foto bei Instagram. Es zeigt ihn in einem Helikopter jener Flugbereitschaft der Bundeswehr, die normalerweise Spitzenvertretern des Staates vorbehalten ist – und zwar auf dem Weg nach Schleswig-Holstein. Lambrechts Sohn kommentierte das Foto mit den Worten „Happy Easter“ – Frohe Ostern! Für die sozialdemokratische Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt hat das Ostervergnügen nun einen schalen Nachgeschmack.

Rechtlich sei die Tatsache, dass Lambrecht ihren Sohn mitnahm, nicht zu beanstanden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Mitnahme von Angehörigen sei zulässig. Die Ministerin habe den Mitflug sowie „die Kosten gemäß der Richtlinie zu 100 Prozent übernommen“.

In SPD-Kreisen wird die „Flugnummer“ von Lambrecht kritisch gesehen. Es sei extrem ärgerlich, dass die Verteidigungsministerin auf solche Weise für Schlagzeilen sorge, sagten mehrere Bundestagsabgeordnete dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie wiesen darauf hin, dass die SPD aus Gründen der Parität im Kabinett wieder eine Frau für das Amt aufstellen müsste, falls es zum Rücktritt Lambrechts käme.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich ließ Distanz zur Ministerin erkennen. „Das Antreten eines privaten Urlaubs wird ja mit Sicherheit auch so gut vorbereitet, dass man da nichts Kritikwürdiges finden kann“, sagte er. „Christine Lambrecht ist mit Sicherheit erfahren genug, dass sie alles für die Transparenz getan hat.“ Auf die Frage, ob er es richtig finde, dass die Verteidigungsministerin während des Ukraine-Krieges mit dem Sohn im Hubschrauber in den Osterurlaub fliege, sagte er: „Ich bin noch nie in einem Hubschrauber geflogen, deswegen kann ich keine auskömmliche Antwort darauf geben.“

Während sich die Grünen mit Kritik zurückhielten, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP): „Das Ganze ist nicht wirklich korrekt, das wissen wir alle.“ Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) erklärte, Lambrecht habe sich rechtskonform verhalten. Er räumte ein, dass man „diesen Vorgang für unsensibel oder tölpelhaft halten“ könne.

Lambrecht steht seit längerem in der Kritik. In der Debatte um Waffenlieferungen spiele sie „nicht so eine starke Rolle“, berichten Koalitionäre, sie sei „in relevante Entscheidungen nicht eingebunden“. Nachdem Kanzler Olaf Scholz (SPD) ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr in Aussicht gestellt hatte, schaltete er sich in ein erstes Gespräch mit Generalinspekteur Eberhard Zorn ein und tauscht sich seither dem Vernehmen nach regelmäßig mit diesem aus, angeblich an Ministerin Lambrecht vorbei.

Aus Bundeswehrkreisen verlautet, die Ministerin sei eine gute Politikerin, die viel für die Truppe bewegen wolle, sich aber im Ministerium noch zu wenig Respekt verschafft habe. Das liege an den Strukturen, die es Generalen ermögliche, ein Eigenleben zu führen. Sie ließen die Ministerin erst einmal auflaufen.

Lambrechts Sohn flog übrigens bereits mit, als sie noch Justizministerin war – insgesamt siebenmal, wie die „Bild“ berichtet. Auch damals tauchten Fotos in sozialen Netzwerken auf. Die Ministerin machte aus ihrem Sylt-Urlaub über Ostern kein Hehl. Während andere Minister ihre Ferienaktivitäten verborgen hielten, war sie mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) auf Sylt in einem Restaurant zu sehen.

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