1. Startseite
  2. Hintergrund

Vor allem Ältere erkranken wieder schwer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Alisha Mendgen

Kommentare

Gerade ältere Menschen sind häufig von schweren Covid-Verläufen betroffen. (Symbolbild)
Gerade ältere Menschen sind häufig von schweren Covid-Verläufen betroffen. (Symbolbild) © Matthias Balk/dpa

Fachleute beurteilen erhöhte Zahl an Todesfällen nach Corona-Infektion unterschiedlich.

Die Corona-Todeszahlen sind weiterhin auf einem hohem Niveau – obwohl die Omikron-Welle langsam abebbt. Patientenschützer Eugen Brysch fordert daher den Bund auf, für einen besseren Schutz in Pflegeeinrichtungen zu sorgen. „Schon jetzt muss die Gesetzgebung angepasst werden, um den Schutz der verletzlichen Menschen sicherzustellen“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Ohne den verbindlichen Einsatz von Omikron-sensitiven Tests in der Altenpflege wird das nicht gehen.“

Mehr als 60 Prozent der Corona-Toten sei älter als 80 Jahre. „Somit wird klar, dass auch die vermeintlich mildere Omikron-Variante vor allem für Hochbetagte lebensgefährlich sein kann“, betonte Brysch.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Dienstag erhöhte Todeszahlen gemeldet: Deutschlandweit wurden innerhalb eines Tages 306 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 243 Verstorbene. Sicher lässt sich nicht sagen, wo genau – ob in Krankenhäusern oder Pflegeheimen – die Menschen gestorben sind. Dem RKI werden keine Informationen zum Sterbeort übermittelt. Möglich ist, dass ein großer Teil der Menschen neben den Intensivstationen auch auf Palliativstationen und in Pflegeheimen verstirbt.

Denn auf den Intensivstationen sind nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) in den vergangenen 24 Stunden 85 Menschen an den Folgen von Covid-19 verstorben. Auch Divi-Präsident Gernot Marx beobachtet, dass vor allem wieder ältere Menschen erkranken. „Diese Patienten haben per Patientenverfügung verfügt, nicht auf den Intensivstationen behandelt werden zu wollen oder nicht invasiv beatmet werden zu wollen“, erklärte er. „Sie werden dann im Sterbeprozess in Pflegeheimen, zu Hause oder auf Palliativstationen begleitet.“

Besonders ältere Menschen gehören zu den Risikogruppen. Zudem sterben Infizierte erst zwei bis drei Wochen nach der Infektion. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) folgert, dass eine „extrem hohe Inzidenz“ auch zu „hohen Todesraten“ führt. Der stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende Andreas Wagener unterstrich jedoch: „Der Anteil der Verstorbenen an den Infizierten ist in der Omikron-Welle aber weitaus geringer.“

Unterdessen verlangte der Deutsche Städtetag vom Bund eine Strategie, wie es nach dem 31. März mit den kostenlosen Bürgertests weitergeht. „Die neue Corona-Testverordnung entlastet die Labore und sorgt für Nachfrage in den offiziellen Testzentren“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. „Deshalb drängt jetzt auch die Zeit für eine Teststrategie über den März hinaus.“

In der neuen Corona-Testverordnung ist festgelegt, dass nur per Antigentest positiv Getestete einen PCR-Test erhalten dürfen. Falls die Verordnung nicht angepasst wird, erlischt der Anspruch auf einen kostenlosen Bürgertest am 1. April.

Die Kommunen pochten auf Planungssicherheit: „In den Städten müssen die Betreiber von Testzentren schon jetzt entscheiden, ob sie Räume über den März hinaus mieten und das Personal dafür planen“, sagte er. „Bei Schulen und Kindergärten gilt es ebenso: Eltern und Beschäftigte brauchen Klarheit, wie es mit dem Testen bis zu den Sommerferien weitergehen soll.“

Derweil werden Corona-Regeln weiter gelockert – nun für Reiserückkehrende. Wie Änderungen der Einreiseverordnung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorsehen, sollen Länder nur noch dann als Hochrisikogebiete eingestuft werden, wenn dort Virusvarianten mit „stärker krankmachenden Eigenschaften“ grassieren als die der hierzulande dominierende Omikron-Variante. Das soll ab 4. März gelten. Für Kinder unter zwölf Jahren soll es möglich werden, sich nach der Rückkehr aus Hochrisikogebieten direkt aus einer sonst anstehenden Quarantäne freizutesten. Wegen weiterer regierungsinterner Beratungen kam die Verordnung jedoch nicht wie zunächst vorgesehen am Mittwoch ins Kabinett.

Auch interessant

Kommentare