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Die Vodafone-Zentrale in Düsseldorf.
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Die Vodafone-Zentrale in Düsseldorf.

Datenmissbrauch

Vodafone räumt auf

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Viele Kundinnen und Kunden des Mobilfunkers wurden mit untergeschobenen Verträgen betrogen.

Der Mobilfunker Vodafone muss sich mit Betrug bei einer größeren Zahl seiner Vertriebspartner auseinander setzen. So sind Kundinnen und Kunden ohne ihr Wissen, Verträge untergeschoben worden. Eine Schlüsselrolle spielt ein Whistleblower, der nun selbst im Zwielicht steht. Vodafone wirft ihm unter anderem Erpressung vor.

Der Konzern hat nach eigenen Angaben „hart und umgehend reagiert, Sicherheitsmaßnahmen erhöht“, bislang 15 Strafanzeigen gestellt, sich von zehn Partnerfirmen getrennt und 53 Ladenlokale geschlossen. Die Fälle bezögen sich auf eine bestimmte Vertriebsregion. Medienberichten zufolge ist damit Nordrhein Westfalen gemeint. „Mit den von uns identifizierten, betroffenen Kunden haben wir etwaige Unstimmigkeiten im direkten Dialog geklärt“, teilt Vodafone mit.

Die Betreiber des allergrößten Teils der bundesweit rund 1200 Vodafone-Shops gehören nicht zu dem Konzern. Sie werden von Franchisenehmern betrieben, die im Auftrag Handys und Mobilfunkverträge verkaufen.

Laut Vodafone wurden in den bisher zur Aufklärung gebrachten Fällen „unter anderem betrügerische Handlungen gegen das Unternehmen genau wie gegen seine Kunden“ nachgewiesen. Vertragsabschlüsse seien „teils mit hoher krimineller Energie“ ohne Zustimmung der Nutzer:innen abgeschlossen worden. Zudem habe es Missbrauchsfälle bei Provisionen oder bei Rabattierungen gegeben.

Eine vielfach angewendete Masche ist, bestehende Verträge über die IT-Systeme einfach auf höhere Tarife umzubuchen – ohne das Wissen der Kund:innen. Dafür erhält der Vertriebspartner Provisionen. Das gilt auch, wenn Nutzer:innen zwar in einen günstigeren Tarif wechseln, dafür aber zugleich ein kostenpflichtiger Zusatzservice bestellt wird, der gar nicht geordert wurde. Das Phänomen ist nicht neu. Bei Verbraucherschützorganisationen beschweren sich seit Jahren immer wieder Mobilfunkkund:innen über untergeschobene Verträge.

Möglich waren die Betrügereien bei Vodafone, weil sich Franchisepartner offenbar auf unzulässige Weise über IT-Systeme Kundendaten beschafft haben. „Im Rahmen eines erwiesenen Datenschutzverstoßes haben wir eine Meldung an die Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationssicherheit gemacht“, erklärt das Düsseldorfer Unternehmen, dem die Vorfälle „zu Teilen von einem externen Hinweisgeber“ zugetragen wurden.

Nach einem Bericht des Spiegel handelt es sich dabei um einen ehemaligen Shopmanager. Er ist „nach einigen Monaten mit der überraschenden Forderung nach einer hohen Geldsumme an uns herangetreten“, so Vodafone. Was dann geschah: „Er drohte damit, sensible Kundendaten und Geschäftsgeheimnisse zu veröffentlichen, sofern diese Summe nicht gezahlt werden würde.“ Es soll sich um 900 000 Euro gehandelt haben. Die Konsequenz: Vodafone hat bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Anzeige wegen Erpressung, unerlaubter Weitergabe von personenbezogenen Daten und Geschäftsinterna erstattet. Das Unternehmen betont außerdem, dass Provisionsmaßnahmen überarbeitet und Kontrollsysteme verschärft worden seien.

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