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Schlecht bezahlt bei der Bahn

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Von: Alisha Mendgen

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Mehr als 6000 der rund 200 000 Beschäftigten der Deutschen Bahn verdienen derzeit weniger als den zukünftigen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde.
Mehr als 6000 der rund 200 000 Beschäftigten der Deutschen Bahn verdienen derzeit weniger als den zukünftigen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde. © Imago

Bei Tausenden Bahnbeschäftigten liegt das Einkommen bislang unter dem zukünftigen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Frage der Linken-Bundestagsfraktion hervor. Linken-Politiker Bernd Riexinger übt scharfe Kritik.

Mehr als 6000 der rund 200 000 Beschäftigten der Deutschen Bahn verdienen derzeit weniger als den zukünftigen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Frage der Linken-Fraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Konkret verdienen bei den Unternehmen DB Fahrwegdienste 1060, DB Sicherheit 988, DB Services 3888, DB Dialog 108, DB Zeitarbeit 126 und DB Regio Busse fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger als zwölf Euro pro Stunde, wie das Ministerium auflistet. Zusammengerechnet betrifft das 6175 Personen.

Die Bundesregierung hatte kürzlich beschlossen, dass der Mindestlohn ab 1. Oktober 2022 auf zwölf Euro steigen wird. Aktuell liegt er bei 9,82 Euro. „Nach Auskunft der DB AG wird die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns nach Mindestlohngesetz umgesetzt“, heißt es in der Antwort des Ministeriums. „Dies findet bei den DB-Unternehmen durch den sogenannten Mindestlohnausgleich statt.“

Linken-Verkehrspolitiker Bernd Riexinger sagte dem RND: „Es ist skandalös, dass selbst bei der Deutschen Bahn Tausende Beschäftigte unter dem zukünftigen Mindestlohn von zwölf Euro bezahlt werden.“ Dass die Bahn sich bisher weigere, die Tarifentgelte auf zwölf Euro anzuheben, und stattdessen die Zuschläge erhöhen wolle, sei umso schlimmer. „Es kann nicht sein, dass die Bahnbeschäftigten nur mit Zuschüssen auf den zukünftigen Mindestlohn kommen“, sagte Riexinger. Die Bundesregierung müsse hier als Eigentümer „eine klare Ansage“ machen, forderte der Linken-Politiker.

Bahn und ÖPNV müssten zudem deutlich mehr Personal einstellen. „Wir gehen davon aus, dass knapp 200 000 Beschäftigte innerhalb der nächsten zehn Jahre im Fahrdienst, in der Instandhaltung und in weiteren Bereichen der Verkehrsbetriebe eingestellt werden müssen, damit der Ausbau des Angebots und eine ökologische Mobilitätswende gelingen. Die Verkehrswende ist ohne gute Arbeit, also bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingung, im ÖPNV und der Bahn nicht zu schaffen“, so Riexinger.

Die Bundesregierung hatte auf eine entsprechende Frage der Linksfraktion geantwortet, dass in den kommenden zehn Jahren zwischen etwa 50 Prozent und 70 Prozent der befragten Unternehmen mehr oder deutlich mehr Beschäftigung erwarteten. „Gemeinsam mit dem Schienenverkehrssektor hat sich die Bundesregierung im Rahmen der Masterpläne Schienenverkehr und Schienengüterverkehr auf eine Vielzahl von Maßnahmen verständigt, um die Gewinnung von Fachkräften für die Schiene zu unterstützen“, heißt es in dem Schreiben des Verkehrsministeriums. Im Schienensektor seien 2021 etwa eine halbe Million Menschen direkt und indirekt beschäftigt gewesen.

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