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Ruf nach mehr Hilfe für Arme

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Von: Alisha Mendgen

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Sozialverbände fordern eine  bessere Impfberatung für chronisch Kranke.
Sozialverbände fordern eine  bessere Impfberatung für chronisch Kranke. © Friso Gentsch/dpa

Die Sozialverbände sehen außerdem eine Beratungslücke beim Impfen.

Sozialverbände haben mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Freitag Finanzhilfen für Hartz-IV-Empfänger:innen und eine bessere Impfberatung für chronisch Kranke gefordert. „Beim VdK melden sich immer noch Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen, deren behandelnde Ärzte ihnen vom Impfen abraten“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie würden aber kein ärztliches Attest bekommen, dass sie nicht geimpft werden könnten, wenn ihre Erkrankung nicht auf der Liste des RKI stehe. „Diese Menschen mit Impfgegnern in einen Topf zu werfen, ist falsch. Vielmehr fordert der VdK eine spezielle Fachberatung für Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen, ob und mit welchem Impfstoff sie geimpft werden können“, so Bentele.

Dieser Impfstoff müsse auch verfügbar sein und die Fachberatung vor Ort persönlich erfolgen. „Eine Website des RKI reicht nicht für eine so schwierige, individuelle Entscheidung“, ergänzte Bentele. „Wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, braucht eine ärztliche Bestätigung und darf nicht vom sozialen Leben ausgeschlossen werden.“ Zudem müsse es Anreize für Impfungen für Pflegebedürftige geben, die zu Hause leben. „Unter ihnen sind Menschen, die gesundheitlich nicht in der Lage sind, ein Impfzentrum aufzusuchen. Die Hausärzte sind hier in der Verantwortung, diese Menschen zu impfen.“

Am Freitag ist wieder MPK

Angesichts der Omikron-Welle erwartet der Paritätische Gesamtverband, dass sich Bund und Länder für eine „rasche weitere Unterstützung von Bezieher:innen von Grundsicherung“ aussprechen. Das teilte der Geschäftsführer Ulrich Schneider mit. So könnten durch Corona entstandene Belastungen „etwa durch den Kauf von FFP2-Masken oder den erneuten Ausfall von Schulessen, Tafeln oder Sozialkaufhäusern“ ausgeglichen werden.

„2020, das Jahr, in dem ausgerechnet die Ärmsten in der Pandemie keinerlei spezielle finanzielle Hilfen erfuhren, darf sich nicht wiederholen“, warnte Schneider. Zudem forderte er eine „eindeutige Bekräftigung“ des letzten MPK-Beschlusses, in dem die Länder den Bund baten, die allgemeine Impfpflicht rasch auf den Weg zu bringen.

Am Freitag kommen die Regierungschefinnen und -chefs wieder zu einer Schaltkonferenz zusammen. In der Runde sollen unter anderem Quarantäneregeln überarbeitet werden. Auch bei den Kontaktbeschränkungen sind Verschärfungen möglich. Die Ministerpräsident:innen werden auch Empfehlungen des Expertenrats einbeziehen, der am Dienstag beraten hat.

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