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Nicht ohne seine Ehefrau

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Von: Markus Decker

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Der Airbus A350 „Kurt Schumacher“ (links) der Flugbereitschaft der Bundeswehr.
Der Airbus A350 „Kurt Schumacher“ (links) der Flugbereitschaft der Bundeswehr. © Soeren Stache/dpa

Lambrecht ist kein Einzelfall: Ex-Minister Müller nahm Partnerin auf 13 Dienstreisen mit.

Die in die Kritik geratene Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) ist nicht die erste Ministerin, die von der Möglichkeit, bei Dienstreisen Familienangehörige mitzunehmen, Gebrauch gemacht hat. Der damalige Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) nahm in der letzten Legislaturperiode bei 13 Auslandsdienstreisen mit dem Flugzeug seine Frau mit. Das sagte ein Sprecher des Ministeriums dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Im Jahr 2018 war es demnach eine Reise mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr, 2019 waren es sechs Reisen, zweimal mit der Flugbereitschaft, viermal mit Linienflügen, 2020 vier Reisen, zweimal mit der Flugbereitschaft und zweimal mit Linienflügen, 2021 schließlich zwei Reisen mit Linienflügen. „Sämtliche Reisen erfolgten im Rahmen der Ausübung von dienstlichen Tätigkeiten von Bundesminister a.D. Dr. Gerd Müller“, sagte der Sprecher. „Sämtliche Rechnungen wurden privat beglichen. Die anteilige Kostenübernahme bei der Flugbereitschaft betrug immer 100 Prozent. Die Linienflüge wurden jeweils privat gebucht und bezahlt.“

Die gegenwärtige Bundesentwicklungshilfeministerin Svenja Schulze (SPD) wurde nach Angaben des Sprechers bei Dienstreisen bisher nicht von Familienmitgliedern begleitet.

Vor knapp zwei Jahren hatten sich Bundestagsabgeordnete bereits beklagt, weil sie von Müller keinerlei Einladungen zur Begleitung bei Auslandsreisen erhalten hatten – mutmaßlich auch, weil zuweilen ein Platz von seiner Frau belegt war. In einem Fall bekam der entwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfaktion, Sascha Raabe, für eine Afrikareise Müllers zwar eine Einladung. Kurz darauf wurde seine Teilnahme aber wieder abgesagt, weil die genutzte Maschine der Flugbereitschaft kleiner gewesen sei als geplant, wie es hieß. Einen der Sitzplätze bekam Ehefrau Gertie Müller-Hoorens.

Der Minister wies Klagen seinerzeit zurück. Etwaige Vorwürfe seien „völlig absurd“, sagte er. Seine Frau sei ihm in Entwicklungsländern bei Gesprächen mit Frauen „über Themen wie Beschneidung, Geburtenkontrolle oder Vergewaltigung eine Unterstützung“. Tatsächlich ist die Begleitung von Ministerinnen und Ministern durch Familienmitglieder eher eine Ausnahme.

Derzeit muss sich Verteidigungsministerin Lambrecht rechtfertigen, weil sie kurz vor Ostern ihren Sohn in einer Maschine der Flugbereitschaft mitgenommen hatte. Als Lambrecht noch Justizministerin war, flog der heute 21-Jährige sieben Mal mit. Die aktuelle Kritik entzündet sich unter anderem daran, dass sich an den Truppenbesuch in Nordfriesland, der das Ziel der Reise war, ein Urlaub auf der Nordseeinsel Sylt anschloss. Die SPD-Politikerin übernimmt nach Angaben des Ministeriums allerdings die Kosten.

Sie bat nach diversen Unmutsäußerungen auch in der eigenen Partei mittlerweile um Verständnis und begründete die Begleitung damit, dass sie als Ministerin wenig Zeit habe und den Kontakt zu ihrem Sohn halten wolle.

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