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Auch in diesem Sommer ist es mit der Urlaubsplanung nicht immer ganz leicht.
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Auch in diesem Sommer ist es mit der Urlaubsplanung nicht immer ganz leicht.

Corona-Virus

Nach dem Urlaub in Quarantäne?

  • VonAnne Grüneberg
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Je nach Reiseland kann es sein, dass Angestellte ohne Lohn zu Hause bleiben müssen.

Der zweite Corona-Sommer stellt Reisende vor große Herausforderungen. Während das Reisen im eigenen Land wieder weitgehend möglich ist, gelten fürs Ausland viele verschiedene Vorschriften. Welche Konsequenzen hat das für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer?

Für welche Länder gilt eine Quarantänepflicht? Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft die Länder mit hohem Infektionsgeschehen in Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete ein. Die Quarantäneregeln unterscheiden sich je nach Kategorie.

Risikogebiete: Urlauber müssen spätestens 48 Stunden nach Einreise ein negatives Testergebnis oder einen Impf- oder Genesenennachweis auf dem Einreiseportal ww.einreiseanmeldung.de hochladen. Bis dahin müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Wird kein Nachweis erbracht, gilt eine zehntägige Quarantänepflicht. Zu den Risikogebieten zählen derzeit zum Beispiel Zypern, die Türkei, Teile von Spanien und Teile von Schweden. Die komplette Liste stellt das RKI online zur Verfügung.

Hochinzidenzgebiete: Urlauberinnen und Urlauber müssen bei der Rückreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenennachweis mit sich führen. Vollständig geimpfte und genesene Reisende aus Hochinzidenzgebieten müssen nicht in Quarantäne. Alle anderen trotz negativem Testergebnis schon. Erst nach fünf Tagen kann die Quarantäne durch einen erneuten negativen Test vorzeitig beendet werden. Ansonsten beträgt die Quarantänezeit für sie insgesamt zehn Tage. Zu den Hochinzidenzgebieten zählen unter anderem Tunesien, Ägypten, die Seychellen und die Malediven.

Virusvariantengebiete: Für diese Länder gelten die strengsten Regeln. Einreisende nach Deutschland müssen ein negatives Testergebnis vorweisen. Trotzdem müssen alle anschließend 14 Tage in Quarantäne. Das gilt auch für Geimpfte und Genesene. Eine vorzeitige Beendung der Quarantäne ist nicht möglich. Zu den Virusvariantengebieten zählen derzeit Portugal inklusive Madeira und Azoren sowie England.

Haben Beschäftigte während der Quarantäne Anspruch auf Gehalt? Nein, denn sie erbringen ja ihre Arbeitsleistung nicht. Es könnte aber ein Anspruch auf Entschädigungszahlungen vom Staat bestehen.

Wann gibt es einen Anspruch auf Entschädigung? Wenn der Beschäftigte schon vor Reisebeginn wusste, dass sein Urlaubsland vom RKI als Gebiet eingestuft wird, das eine Quarantäne nach sich zieht, bekommt er keine Entschädigung für den ausgefallenen Lohn. Denn dann hat der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin den Arbeitsausfall ja selbst verschuldet. Maßgeblich sei dabei nicht das Datum der Buchung, sondern das Datum der Abfahrt, erklärt die Fachanwältin für Arbeitsrecht Nathalie Oberthür. Anders sieht es aus, wenn das RKI das Urlaubsland während der Reise als Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet einstuft. In diesem Fall können die Reisenden nicht wissen, dass sie nach ihrem Urlaub in Quarantäne müssen.

Was ist, wenn der Beschäftigte im Homeoffice arbeiten kann? Dann muss er diese Möglichkeit natürlich auch in der Quarantänezeit nutzen. In diesem Fall wird der Lohn ganz regulär weitergezahlt. Die Entschädigungsleistungen sind nur für Beschäftigte gedacht, die ihre Arbeit zwingend im Betrieb erbringen müssen.

Droht Beschäftigten, die eine Quarantäne bewusst in Kauf nehmen, eine Abmahnung? Das ist rechtlich noch umstritten. Grundsätzlich sind Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen frei in der Entscheidung, wie und wo sie Urlaub machen. Aber: „Das bewusste Reisen in ein Risikogebiet in dem Wissen, dass anschließend eine 14-tägige Quarantäne einzuhalten ist, kann nach meiner Auffassung im Einzelfall einen Verstoß gegen diese Treuepflicht beinhalten, der mit Abmahnung und im Wiederholungsfall mit Kündigung sanktioniert werden könnte“, sagt Oberthür.

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