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Medienleute angegriffen

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Von: Jan Sternberg, Felix Huesmann

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Es gab viele Übergriffe und Verstöße bei Protesten gegen die Corona-Regeln.

Bei einer verbotenen Demonstration von Corona-Leugner:innen in Berlin kam es am Samstag zu zwei gewaltsamen Angriffen auf Journalistinnen und Journalisten. Ein Demonstrationsteilnehmer raubte einem Reporter des „Tagesspiegel“ sein Smartphone. Der Reporter hatte zuvor gefilmt, wie rechtsextreme Demonstranten offenbar einen Angriff auf einen Vertreter der Journalistengewerkschaft dju planten. Daraufhin entriss ihm ein junger Mann das Mobiltelefon und flüchtete. Beim Versuch, sein Telefon zurückzubekommen, wurde der Reporter von dem Demonstranten attackiert. Andere Demonstranten griffen weitere Journalisten an, die ihrem Kollegen zur Hilfe kamen.

Beamte der Berliner Bereitschaftspolizei nahmen den Angreifer fest. Etwas später kam es nur wenige Hundert Meter entfernt zu einem zweiten Angriff junger Neonazis auf Journalist:innen. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) wurden dabei mindestens zwei Personen verletzt. Zuvor waren mehrere Hundert Teilnehmer einer zuvor von der Berliner Polizei verbotenen Demonstration von radikalen Corona-Leugnern und Impfgegnern durch mehrere Stadtteile der Hauptstadt gezogen.

Auch in anderen Städten kamen am Wochenende Impfgegner:innen zu Demonstrationen zusammen. In Potsdam nahmen 100 Unterstützerinnen und Unterstützer der AfD an einer Kundgebung „gegen Impfzwang und Corona-Wahnsinn“ teil. In Frankfurt am Main löste die Polizei zwei Demonstrationen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht auf. In Hamburg demonstrierten 5000 Menschen. In Wien gingen 40 000 Menschen auf die Straße, in Luxemburg 2000. Dort stürmten einige im Anschluss einen Wintermarkt, der deshalb geschlossen werden musste.

Derweil löste der Fackelaufmarsch von 30 mutmaßlich rechtsextremen Gegner:innen der Corona-Regeln vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) parteiübergreifend Empörung aus. Der scheidende SPD-Chef Norbert Walter-Borjans nannte den Aufmarsch „in Art und Auftritt faschistoid“. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach in der „Bild am Sonntag“ von „organisierter Einschüchterung einer staatlichen Repräsentantin“, die ihn an „dunkelste Kapitel“ deutscher Geschichte erinnere. (dpa/epd)

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