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Mangelware PCR-Test

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Von: Eva Quadbeck, Alisha Mendgen

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PCR-Tests sollen für bestimmte Gruppen reserviert werden, für alle anderen bleiben die Antigen-Schnelltests.
PCR-Tests sollen für bestimmte Gruppen reserviert werden, für alle anderen bleiben die Antigen-Schnelltests. © Sebastian Gollnow/dpa

Was folgt aus der von Bund und Ländern vereinbarten Priorisierung? Ein Überblick.

PCR-Tests sollen künftig nur noch für Beschäftigte, die mit vulnerablen Gruppen arbeiten, und Risikopatientinnen sowie -patienten zur Verfügung stehen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Wie könnte die Inzidenz dann künftig gezählt werden? Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie viele Tests werden wöchentlich gemacht?

2,4 Millionen PCR-Tests wurden in der vergangenen Woche durchgeführt. Das teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag mit. Jeder dritte Test war positiv – die Positivrate steigt demnach weiter an. Bundesweit sind die Labore mit 95 Prozent nahezu ausgelastet.

Welche konkreten Schritte müssen nach der MPK auf Bundesebene umgesetzt werden?

Als Konsequenz aus der Bund-Länder-Konferenz müssen eine Reihe von Verordnungen geändert werden. Alle Änderungen zielen darauf ab, dass das Gesundheitsministerium Mitte Februar mit rund 400 000 Neuinfektionen pro Tag rechnet und durch die vielen Personalausfälle auch das öffentliche Leben vom Nahverkehr bis zur Belieferung von Supermärkten bundesweit unter Druck kommen wird.

Die Angestellten in der kritischen Infrastruktur wie beispielsweise in Kliniken sollen sich künftig nach einer Quarantäne auch mit Schnelltests freitesten können. Die Neuregelung soll auch dafür sorgen, dass der Betrieb im Gesundheitswesen aufrechterhalten werden kann. Dafür muss die sogenannte Corona-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung angepasst werden. Die geplante Neuregelungen, PCR-Tests künftig nur noch einer ausgewählten Gruppe zur Verfügung zu stellen, ist Gegenstand der Testverordnung.

Eine weitere Verordnung mit Bandwurmnamen – die Kontaktpersonen-Management-Verordnung – soll ebenfalls auf die explodierenden Omikron-Zahlen vorbereiten: Die Gesundheitsämter werden künftig die Kontaktnachverfolgung auf den Schutz von Kranken und Pflegebedürftigen ausrichten.

Werden sich künftig alle auf die Schnelltests verlassen müssen?

In vielen Bereichen wird das so sein. Aber die Kapazität von 2,4 Millionen PCR-Tests pro Woche soll hochgefahren werden. Zudem ist der Bund dabei, sogenannte Poc-Nat-Tests zu beschaffen, von denen künftig eine Million pro Woche zur Verfügung stehen sollen. Sie sollen zehnmal präziser sein als einfache Schnelltests.

Ist der Schnelltest ein anerkannter Nachweis für eine Infektion?

Bisher noch nicht. Auch diese Regelung muss angepasst werden. Schließlich muss ein Schnelltest am Ende auch als Genesenennachweis gelten, wenn die Infizierten keinen PCR-Test mehr bekommen können. Wahrscheinlich ist zudem, dass bei einem positiven Selbsttests ein zweiter Antigentest im Testzentrum gemacht werden muss.

Wie werden die Inzidenzen künftig berechnet?

Aktuell arbeitet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) gemeinsam mit dem RKI an einem angepassten Verfahren. Testzentren müssen positive Antigentests weiterleiten. „In die Statistiken des RKI fließen bisher nur die Fälle ein, die (auch) ein positives PCR-Testergebnis hatten“, teilte des RKI auf Anfrage mit. „Ob und in welcher Form Antigenteste künftig in die Statistiken einfließen werden, wird gegenwärtig geprüft.“ Heißt: Es ist möglich, dass künftig Antigentest-Ergebnisse die Inzidenz mitbestimmen. Jedoch ergeben sie eine völlig andere Datengrundlage als die bisherigen PCR-Tests.

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