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Lufthansa am Limit

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Von: Johanna Apel

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Es mangelt an Personal.
Es mangelt an Personal. © Guido Kirchner/dpa

Die Airline braucht dringend neues und vor allem wieder mehr Personal. Dafür muss sie gute Arbeitsbedingungen schaffen.

Mit 900 gestrichenen Flügen fing es vor zwei Wochen an, es folgten 2200 weitere und nun noch einmal 600: Kurz bevor die Urlaubssaison so richtig losgeht, streicht die Lufthansa ihr Flugprogramm zusammen. Es ist ein Trauerspiel, und es ist kein Zufall, dass es ausgerechnet zum Start der Sommerferien im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen aufgeführt wird.

Die Kranich-Airline ist am Limit. Dass Deutschlands größte Fluggesellschaft unter Personalnot leidet, ist zwar schon lange kein Geheimnis mehr. Dass dadurch jedoch viele Urlauber:innen um ihren Flug bangen müssen, damit hatten die Wenigsten gerechnet. Der Schaden ist jetzt schon riesengroß: Die neu erwachte Reise-Euphorie hat einen herben Dämpfer bekommen, dem Unternehmen entgehen wichtige Einnahmen und – vielleicht am schlimmsten – die Marke Lufthansa leidet.

Zugegeben: Wie vielen anderen Unternehmen setzt die Corona-Sommerwelle auch der Lufthansa zu. Doch das eigentliche Problem ist hausgemacht. Viele Menschen nehmen die Fluggesellschaft nicht (mehr) als attraktiven Arbeitgeber wahr. Nach Verdi-Angaben sind viele Mitarbeiter:innen im Zuge der Pandemie abgewandert. In anderen Branchen, so der Tenor, habe es bessere Löhne und sicherere Arbeitsbedingungen gegeben. Die Abfindungsprogramme der Lufthansa haben ihren Teil zu der Misere beigetragen.

Das fällt dem Unternehmen nun auf die Füße. Will die Lufthansa ihrem hohen Anspruch gerecht werden und sich weiterhin von Billigkonkurrenten wie Ryanair abheben, muss sie jetzt handeln - und attraktive Arbeitsbedingungen schaffen, um Beschäftigte langfristig zu halten. Bei der anstehenden Tarifrunde könnte die Lufthansa bereits ein erstes Signal setzen. In der Krise liegt auch eine Chance – nämlich die, sich personell neu aufzustellen.

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