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Kryptowährungen brechen ein

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Von: Christoph Höland

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Die Einführung des Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel in El Salvador wurde in dem Land von massiven Protesten begleitet.
Die Einführung des Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel in El Salvador wurde in dem Land von massiven Protesten begleitet. © AFP

Die Krypto-Community freute sich, als am Dienstag in El Salvador der Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel eingeführt wurde. Doch der Start lief nicht problemlos ab.

Eigentlich wollte die Bitcoin-Community den Dienstag zu einem Feiertag machen: Als erstes Land weltweit erkannte El Salvador die Kryptowährung als offizielles Zahlungsmittel an. Prompt verabredeten sich Fans in Internetforen zu einer konzertierten Kaufaktion, um den historischen Tag mit einem kleinen Kursfeuerwerk zu feiern. Allerdings folgte der heftigste Absturz seit dem Börsencrash im März 2020.

Kostete ein Bitcoin am Montagabend noch etwa 52 650 Dollar (44 350 Euro), waren es am Mittwochmorgen nur noch 44 650 Dollar (38 100 Euro). 18,6 Prozent Wertverlust waren es am Dienstag zeitweise, bei anderen Kryptowährungen ging es ebenfalls steil bergab. Und auch einen Tag nach dem Kursverfall zeichnete sich bis zum Mittag kaum Besserung ab.

Woher der Absturz rührt, ist bislang rätselhaft, zumal sich der Bitcoin-Kurs gerade erst von seiner Kursflaute im Sommer erholt hatte. Der sogenannte „Bitcoin Day“ am Dienstag in El Salvador versprach weiteren Aufwind. Immerhin soll fortan jeder und jede der 6,5 Millionen El-Salvadorianer:innen die Bitcoin-Geldbörse Chivo nutzen können, auch Geldautomaten für die Kryptowährung wurden aufgestellt.

Doch der Start verlief holprig: Die für Transaktionen vorgesehene digitale Brieftasche Chivo habe nicht funktioniert, räumte El Salvadors Präsident Nayip Bukele am Dienstagabend (Ortszeit) ein. Bukele, der sich von der Bitcoin-Einführung mehr internationale Investitionen und einfachere Geldtransfers verspricht, gab Durchhalteparolen aus, die Chivo-App musste aber zeitweise abgeschaltet werden.

Den Kurssturz erklärt das indes kaum: El Salvador ist ein vergleichsweise armes Land, insgesamt hat die Regierung eigenen Angaben zufolge um die 40 Millionen Dollar in Bitcoin investiert – verschwindend wenig angesichts eines Bitcoin-Marktvolumens von aktuell etwa 740 Milliarden Dollar.

Plausibler ist, dass einige große Bitcoin-Besitzer den Dienstag für einen Ausverkauf genutzt haben: Das Fachportal „Cryptodiffer“ etwa meldete am Dienstag, innerhalb von 24 Stunden seien Bitcoins im Wert von etwa 3,5 Milliarden Dollar liquidiert worden. Auch prominente Investoren wie Scott Melker führten den Kurssturz auf das Verhalten sogenannter Bitcoin-Wale zurück. So nennen Fans der Kryptowährung Akteure, die finanzstark genug sind, um mit Verkäufen Kursschwankungen auszulösen.

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