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Keine Snickers im Regal

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Von: Johanna Apel

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Auch bei Penny und Netto gibt es diese Schokoriegel nicht mehr.
Auch bei Penny und Netto gibt es diese Schokoriegel nicht mehr. © imago images/NurPhoto

Der US-Konzern Mars stellt seine Lieferungen an Rewe und Edeka vorerst im Streit ein.

Erneut tobt ein Machtkampf zwischen Handels- und Lebensmittelunternehmen. Diesmal trifft es Schokoriegel – beziehungsweise die Kundinnen und Kunden, die gerne zu Mars, Snickers, Twix und Co. greifen. Der US-Konzern Mars stellt seine Lieferung an die deutschen Supermarktketten Edeka und Rewe ein. Das betrifft auch die jeweiligen Discountertöchter Netto und Penny. In den kommenden Tagen und Wochen werden sich dort die Regale leeren – wenn das nicht schon längst passiert ist.

Neben Süßwaren bietet Mars auch Tiernahrung, Kaugummis und Nudeln an. Auch dort dürften Lücken entstehen, weswegen sich Kundinnen und Kunden nach Alternativen umschauen müssen.

Grund dafür ist ein Preiskrieg, der inzwischen die gesamte Branche erfasst hat. Angesichts der hohen Inflation und der steigenden Kosten für Energie heben viele Lebensmittelproduzenten ihre Preise an. Handelsriesen allerdings machen da allerdings nicht immer mit – und setzen ihre Marktmacht ein, um die Hersteller zu Rabatten zu zwingen.

Erst kürzlich eskalierte ein Machtkampf zwischen Edeka und Coca Cola derart, dass die braune Brause aus den Regalen der größten deutschen Supermarktkette verschwand. Was folgte, war ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg. Zunächst erwirkte Edeka eine Einstweilige Verfügung gegen den Getränke-Konzern, nach der dieser wieder zu den im Januar vereinbarten Bedingungen liefern müsse. Drei Wochen später allerdings hob das Landgericht die Einstweilige Verfügung wieder auf. Coca Cola begrüßte die Entscheidung als richtungsweisend „mit Blick auf gleichberechtigte Preisverhandlungen zwischen Handel und Herstellern“. Man setze auf einen „konstruktiven Fortgang der Verhandlungen mit Edeka“, so das Unternehmen. Bislang allerdings hat Coca Cola seine Lieferungen nicht wiederaufgenommen. Verkauft werden nur noch Restbestände.

Dass Lebensmittelhersteller derzeit höhere Kosten haben, lässt sich kaum bestreiten. Händler allerdings werfen den Multis vor, im Windschatten der allgemeinen Preissteigerung einen zusätzlichen Aufschlag durchsetzen zu wollen. So auch im aktuellen Schokoladenstreit: Trotz intensiver Verhandlungen sehe man keine Basis, die von Mars geforderten Preiserhöhungen zu akzeptieren, teilte Rewe mit. Manche Forderungen, die nicht mit höheren Kosten für Energie und Rohstoffe zu begründen seien, lehne man „strikt ab“.

Gegenüber der „Bild“ betonte ein Sprecher von Rewe, dass ein Teil der Preisforderungen zwar nachvollziehbar sei. Dennoch könne es nicht sein, „dass unsere Kundinnen und Kunden in dieser schwierigen Zeit mehr als unbedingt nötig belastet werden.“ Edeka sieht den Sachverhalt ähnlich. „Die aktuellen erheblichen Preisforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet“, sagte ein Edeka-Sprecher.

Mars jedoch hält dagegen. „Während wir steigende Kosten weiterhin so gut wie möglich intern auffangen, ist jedoch ein gewisses Maß an Preisanpassung nötig“, sagte eine Sprecherin. „Nur so können wir die wachsende Nachfrage nach unseren Produkten bedienen und weiterhin in unsere Marken und Dienstleistungen investieren.“

Der US Konzern hat seine Deutschland-Zentrale in Verden (Niedersachsen). Er bietet unter anderem Schokolade (Snickers, Bounty), Kaugummis (Airwaves), Haustiernahrung (Chappi), Pasta (Mirácoli), Reisgerichte (Ben’s Original) und Eis an. mit dpa

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