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Katastrophenfall: Warnung per SMS soll ab Sommer 2022 möglich sein

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Von: Markus Decker

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Per SMS sollen die Menschen im Katastrophenfall schneller informiert werden.
Per SMS sollen die Menschen im Katastrophenfall schneller informiert werden. © Matthias Bein/dpa

Das System Cell Broadcast soll im Katastrophenfall die Menschen in einem betroffenen Gebiet schneller informieren.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wird voraussichtlich im Sommer 2022 mit dem vielfach geforderten Warnsystem Cell Broadcast arbeiten können. Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus Regierungskreisen. „Cell Broadcast wird bis Mitte nächsten Jahres einsetzbar sein“, hieß es dazu am Donnerstag. Dass das System komme, sei sicher. Bei der Installation neuer Sirenen „dauert es länger, bis man das spürt“, hieß es weiter.

Vor der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern war unter anderem die Warnapp Nina zum Einsatz gekommen, die jedoch nur zehn Millionen Nutzer:innen hat. Kritikerinnen und Kritiker beklagten, dies sei ungenügend. Von den Anfang der 1990er Jahre funktionstüchtigen 80 000 Sirenen waren zuletzt noch etwa 15 000 verfügbar. Vor diesem Hintergrund werden die Rufe nach Cell Broadcast immer lauter. Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges schrieb dazu im Netzwerk Linkedin: „Cell Broadcast, also die Warnung per SMS, muss ein Teil des Warnsystems sein.“

Nachricht auf jedes Handy

Mit dessen Hilfe bekommen alle Besitzerinnen und Besitzer eines Mobiltelefons in einem gefährdeten Gebiet automatisch eine Textnachricht, ohne dass das BBK oder andere Behörden deren Nummern haben.

Das System gilt als verlässlich und datenschutzrechtlich unbedenklich – dessen Anschaffung zugleich aber mit etwa 30 Millionen Euro als relativ teuer. Ungeachtet dessen wird die Anschaffung durch das BBK nach offizieller Darstellung seit Monaten geprüft. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), dem das Amt untersteht, sagte am Mittwoch, die Prüfung werde noch vor der Bundestagswahl am 26. September abgeschlossen sein und voraussichtlich positiv ausfallen.

Über Konsequenzen aus den Warnungen – etwa in Form von Evakuierungen – entscheiden Landkreise oder Städte und Gemeinden, nicht das BBK und auch nicht die Landesregierungen. Mittlerweile steht fest, dass Kommunen im Vorfeld der Katastrophe unterschiedlich reagiert haben.

So berichtete das Nachrichtenportal t-online, dass im betroffenen Rheinisch-Bergischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) kein Sirenenalarm ausgelöst worden sei, um Panik zu vermeiden. In Mayschoß an der Ahr (Rheinland-Pfalz) wurde keine Evakuierung angeordnet, weil man selbst den Warnungen nicht glaubte.

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