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Hightech im Stimmungstief

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Dell-Laptops werden in einer chinesischen Fabrik zusammengeschraubt. Viele Hersteller könnten die Produktion zurückfahren.
Dell-Laptops werden in einer chinesischen Fabrik zusammengeschraubt. Viele Hersteller könnten die Produktion zurückfahren. © picture alliance / dpa

Der Covid-Boom ist vorbei: Die Nachfrage nach Smartphones und Computern lässt nach.

Von nun an geht es bergab. Das könnte zum Motto der Hightech-Branche für die nächsten Monate werden. Ein schrumpfendes Geschäft bei Computern ist schon jetzt zu erkennen. Auch bei Smartphones könnte der Absatz spürbar zurückgehen. Aktienkurse rauschen in den Keller. Für die Hersteller braut sich einiges zusammen.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner meldete am Dienstag, das die weltweiten PC-Auslieferungen im ersten Quartal heftig eingebrochen sind, und zwar um 7,3 Prozent auf knapp 77,5 Millionen verkaufte Geräte. Dabei hatte das Geschäft mit den Rechnern 2021 noch das stärkste Wachstum seit Jahrzehnten verzeichnet. Jetzt spricht Gartner-Experte Mikako Kitagawa von einem „herausfordernden Quartal“ für den PC- und den Chromebook-Markt.

Chromebooks waren im Vorjahr die Renner. Es sind preiswerte agile Rechner, in denen das Chrome-Betriebssystem von Google werkelt. Word, Excel und fast alle anderen Anwenderprogramme laufen über den Chrome-Browser, müssen also nicht vom Gerät gespeichert werden. Die Daten kommen aus der Cloud, lassen sich also auf andere Geräten einfach übertragen. Chromebooks waren die großen Krisen-Gewinner während der Pandemie. Sie wurden millionenfach vor allem für Home-Schooling, aber auch für den Home-Office angeschafft – insbesondere in den USA.

Die Marktforscher:innen von Trendforce sehen aber nun wegen des Abflauens der Covid-Infektionen eine deutlich schwächere „Stay-at-home“-Ökonomie. So sind denn auch nach den Gartner-Berechnungen die Auslieferungen bei den beiden Marktführern Lenovo und HP besonders heftig weggebrochen. Lenovo büßte im ersten Quartal fast 13 Prozent und HP sogar knapp 18 Prozent ein. Ein weiterer Faktor: Konsument:innen verschieben ihre Prioritäten beim Verwenden des frei verfügbaren Einkommens. Das hat mit der schrumpfenden Kaufkraft durch die steigende Inflation zu tun.

Die Menschen vertagen die Anschaffung eines neuen PC, weil es der alte noch einige Zeit tut. Stattdessen müssen die Budgets für Sprit, Klamotten und Nahrungsmittel aufgestockt werden. In Deutschland ist die Inflation im März um 7,3 Prozent gestiegen, und sie dürfte sich für April in Richtung acht Prozent bewegen.

Hauptursache für diese heftigen Preisschübe sind in erster Linie die Folgen des Ukraine-Krieges. Das macht sich für die Hightech-Branche auch unmittelbar bemerkbar. „Viele PC-Hersteller haben die Lieferungen ihrer Geräte nach Russland gestoppt, und die Nachfrage in der Ukraine ist zusammengebrochen“, erläutert Kitagawa. Auffallend sei zudem, dass eine deutliche Kaufzurückhaltung in Osteuropa zu erkennen sei.

Die Trendforce-Fachleute gehen davon aus, dass die Nachfrage bei elektronischen Produkten aus der Konsumenten-Kategorie (also bei Smartphones oder Fernsehern) auch im zweiten Quartal schwach bleibt. Gerätehersteller planten die Fertigung zu drosseln und würden deshalb weniger Komponenten für ihre Produkte ordern. Solche Strategien sollen einem Überangebot und damit einem Preisverfall vorbeugen. Davon sind letztlich auch Chiphersteller betroffen.

Die Aktien dieser Unternehmen mussten starke Abschläge hinnehmen. Der Philadelphia-Semiconductor-Index rutschte zu Wochenbeginn um 7,3 Prozent ab, das sind die größten Einbußen seit Jahresbeginn. Der gesamte Buchwert der Aktien im Nasdaq-100-Index – das ist das wichtigste Barometer der Hightech-Branche – ist an den fünf Handelstagen bis inklusive Montag laut Bloomberg um 1000 Milliarden Dollar geschrumpft.

Unter anderem hat es die Anteilscheine von Qualcomm, Experte für Smartphone-Chips, arg gebeutelt. Noch heftiger ging es mit den Papieren von Nvidia nach unten. Das Unternehmen, das vor allem bei Grafikprozessoren für PC und Spielekonsolen stark ist, war in den vergangenen Monaten der Liebling der Investoren. Seit Ende März hat die Aktie aber ein Viertel seines Werts verloren – allerdings ist Nvidia immer noch etwa 550 Milliarden Dollar wert (mehr als das Fünffache des Volkswagen-Konzerns).

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