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Gähnende Leere im Regal

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Von: Christoph Höland

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Manche Supermärkte sind von der Nachfrage überrascht. dpa
Manche Supermärkte sind von der Nachfrage überrascht. dpa © dpa

Mancherorts ist Sonnenblumenöl Mangelware, was auch an Hamsterkäufen liegt. Alternativen gibt es jedoch reichlich.

Auch fünf Wochen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine herrscht in einigen Supermarktregalen immer noch gähnende Leere – vor allem Speiseöl ist Mangelware, wie sich beim Einkauf mancherorts zeigt. Kundinnen und Kunden haben Angst, dass nun manche Öle knapp werden könnten, und decken sich großzügig ein.

Dabei gibt es aber eigentlich nur beim Sonnenblumenöl, für das die Ukraine eine wichtige Anbauregion ist, ein Problem. „Es stehen andere Pflanzenöle, wie zum Beispiel Rapsöl, in ausreichender Menge zur Verfügung“, beruhigt Gerhard Brankatschk, Geschäftsführer beim Verband der Ölsaaten-verarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID), gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Sonnenblumenöl allerdings ist in Deutschland besonders beliebt: Laut Schätzungen der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) steckt es in jeder dritten im Supermarkt verkauften Flasche Speiseöl. Bislang war die Ukraine das wichtigste Exportland. 51 Prozent der weltweit verkauften Menge stammte 2021 von dort. „Die Situation ist unverändert, aus der Ukraine kommt vorerst kein Sonnenblumenöl mehr“, schildert Brankatschk die aktuelle Lage.

Die Ernte aus dem vergangenen Jahr hat die Ukraine längst verschifft, Hersteller und der Handel in Deutschland betonen seit Wochen, noch Vorräte zu haben. Tatsächlich hat der Handel, das belegen Zahlen des statistischen Bundesamts, den Speiseöl-Umsatz im März zwischenzeitlich um 73 Prozent gesteigert. Es wurde also mehr und nicht weniger Öl verkauft. Das spreche gegen eine großflächige Knappheit, so die Wiesbadener Statistiker.

Viel mehr sind es ihnen zufolge Vorratskäufe, die für leere Supermarktregale sorgen – offenbar nicht nur bei Sonnenblumenöl: Oftmals fehlen dieser Tage auch Raps- und Olivenöle, laut Händlern vor allem im unteren Preissegment. Das liegt daran, dass die Supermärkte die plötzlich explodierende Nachfrage nicht erwartet haben. „Aufgrund verstärkter Nachfrage steht die Logistik aktuell vor Herausforderungen“, räumt Brankatschk ein.

Auch mehrere Handelsketten bestätigen das. Die Supermärkte beklagen eine Situation, vergleichbar mit den Hamsterkäufen während des ersten Lockdowns in der Pandemie: Die Nachfrage schwanke stark von Tag zu Tag, „dadurch kann es sein, dass einzelne Artikel kurzzeitig vergriffen sind“, so ein Sprecher von Aldi Süd. „Unsere Kolleginnen und Kollegen in den Märkten und in der Logistik arbeiten jedoch engagiert daran, für Nachschub zu sorgen“, erklärte er weiter.

„Die Versorgung mit Speiseölen ist auch in Zukunft gewährleistet“, bekräftigt auch Brankatschk. Er verweist darauf, dass Raps durchaus in Deutschland angebaut wird. Bei Olivenölen zeichnet sich ebenfalls keine Knappheit ab. Und selbst Sonnenblumenöl dürfte in Deutschland nicht völlig ausgehen: Der Großteil der hiesigen Importe stammte zuletzt aus den Niederlanden und Ungarn.

Raps- und Olivenöle sowie andere Sorten müssen Verbraucherinnen und Verbraucher dementsprechend nicht in Unmengen horten, obgleich auch dort die Preise leicht steigen. Aber man verschwendet womöglich viel Geld, wenn man sich im Moment mit den gut verfügbaren, hochpreisigen Sorten bevorratet. Geduld könnte sich bezahlt machen: Laut statistischem Bundesamt hat es bei der letzten Hamsterkäufen in der Pandemie rund zehn Wochen gedauert, bis sich der Markt für Klopapier und Co. wieder beruhigte.

Dennoch dürfte, darin sind sich Analysten einig, der Preis vor allem für Sonnenblumenöl in Zukunft kräftig zulegen. Preisbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich deshalb nach Alternativen umsehen. Als Faustformel rät die Verbraucherzentrale NRW: „Nutzen Sie kaltgepresste Öle für die kalte Küche, raffinierte Öle für die heiße Küche.“ Besonders Rapsöl eignet sich demnach zum Braten, Olivenöl hingegen nur, wenn es heißgepresst ist.

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