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Proteste in Myanmar

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Von: Silvia Bielert

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Die Republik der Union Myanmar liegt im Südostpazifik, zwischen Indien und Bangladesch im Westen und China, Laos und Thailand im Osten. Der Vielvölkerstaat kommt seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Seit den 60er Jahren herrschte das Militär. Dann entwickelte sich doch eine zivile Regierung. Doch im Februar 2021 riss das Militär die Macht erneut gewaltsam an sich.

In Myanmar liegt am 29. Januar 2021 schon etwas in der Luft. Im November 2020 hatte die regierende Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Regierungschefin Aung San Suu Kyi die Parlamentswahlen deutlich gewonnen. Ein Erdrutschsieg. Den Militärs, die bis dahin an der Regierung beteiligt waren, ist das nicht recht. In zwei Tagen, am 1. Februar 2021 soll das Parlament wiedereröffnet werden. Polizisten stehen entlang einer Straße in Naypyidaw Wache.
1 / 12In Myanmar liegt am 29. Januar 2021 schon etwas in der Luft. Im November 2020 hatte die regierende Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Regierungschefin Aung San Suu Kyi die Parlamentswahlen deutlich gewonnen. Ein Erdrutschsieg. Den Militärs, die bis dahin an der Regierung beteiligt waren, ist das nicht recht. In zwei Tagen, am 1. Februar 2021 soll das Parlament wiedereröffnet werden. Polizisten stehen entlang einer Straße in Naypyidaw, seit 2005 die Hauptstadt von Myanmar, Wache. © Thet Aung/afp
Es ist der 1. Februar 2021, Tag der Parlamentsöffnung nach der Wahl im November. Soldaten blockieren in Naypyidaw die Straße, die zum Parlament führt, nachdem das Militär die De-facto-Führerin Aung San Suu Kyi und den Präsidenten des Landes in einem Staatsstreich festgenommen hat.
2 / 12Es ist der 1. Februar 2021, Tag der Parlamentsöffnung nach der Wahl im November. Soldaten blockieren in Naypyidaw die Straße, die zum Parlament führt, nachdem das Militär die De-facto-Führerin Aung San Suu Kyi und den Präsidenten des Landes, Win Myint, in einem Staatsstreich festgenommen hat. © afp
Er ist der Drahtzieher hinter dem Putsch in Myanmar: der Militärchef General Min Aung Hlaing. Am 3. Februar 2021 leitet er eine Sitzung der Union of Myanmar Federation of Chambers of Commerce and Industry in Naypyidaw. Der Screenshoot stammt aus einer Sendung von Myanmar Radio and Television (MRTV). Min Aung Hlaing ist dafür verantwortlich, dass die zivile Regierung in Myanmar Geschichte ist. Er verhängte den Ausnahmezustand, der bis heute andauert. Die nächste Parlamentswahl kündigte er für 2023 an.
3 / 12Er ist der Drahtzieher hinter dem Putsch in Myanmar: der Militärchef General Min Aung Hlaing. Am 3. Februar 2021 leitet er eine Sitzung der Union of Myanmar Federation of Chambers of Commerce and Industry in Naypyidaw. Der Screenshoot stammt aus einer Sendung von Myanmar Radio and Television (MRTV). Min Aung Hlaing ist dafür verantwortlich, dass die zivile Regierung in Myanmar Geschichte ist. Er verhängte den Ausnahmezustand, der bis heute andauert. Die nächste Parlamentswahl kündigte er für 2023 an. © Myanmar Radio and Television/afp
2. Februar 2021: Der Protest beginnt. Und die Menschen in Myanmar sind kreativ. Sie klappern mit Dosen und anderen Gegenständen, um gegen den Militärputsch zu protestieren. Wie hier in der Millionenmetropole Rangun (offiziell Yangon).
Grundlage ist eine Kampagne in den sozialen Medien – die Partei der gestürzten Führerin Aung San Suu Kyi forderte darin deren sofortige Freilassung.
4 / 122. Februar 2021: Der Protest beginnt. Und die Menschen in Myanmar sind kreativ. Sie klappern mit Dosen und anderen Gegenständen, um gegen den Militärputsch zu protestieren. Wie hier in der Millionenmetropole Rangun (offiziell Yangon). Grundlage ist eine Kampagne in den sozialen Medien – die Partei der gestürzten Führerin Aung San Suu Kyi forderte darin deren sofortige Freilassung. © afp
Ziviler Ungehorsam wohin man sieht in Myanmar. Und auch das medizinische Personal des General Hospital in Yangon macht mit, zeigt den Drei-Finger-Gruß und trägt rote Bänder an der Dienstbekleidung. Auch dieses Bild stamm vom 3. Februar 20221.
5 / 12Ziviler Ungehorsam wohin man sieht in Myanmar. Und auch das medizinische Personal des General Hospital in Yangon macht mit, zeigt den Drei-Finger-Gruß und trägt rote Bänder an der Dienstbekleidung. Dieses Bild stamm vom 3. Februar 20221. © afp
Im Norden Myanmars, in Mandalay, und in zahlreichen weiteren Landesteilen gehen die Menschen geschlossen auf die Straße, demonstrieren gegen den Putsch, zum Teil bekleidet mit gelben Schutzhelmen. Die Militärregierung geht mit brutaler Gewalt gegen die Demonstranten vor. Augenzeugen berichten in den sozialen Netzwerken und in lokale Medien, dass die Polizei Tränengas, Blendgranaten, Wasserwerfer und Gummigeschosse einsetzt.
6 / 12Im Norden Myanmars, in Mandalay, und in zahlreichen weiteren Landesteilen gehen die Menschen geschlossen auf die Straße, demonstrieren gegen den Putsch, zum Teil bekleidet mit gelben Schutzhelmen. Die Militärregierung geht mit brutaler Gewalt gegen die Demonstranten vor. Augenzeugen berichten in den sozialen Netzwerken und in lokale Medien, dass die Polizei Tränengas, Blendgranaten, Wasserwerfer und Gummigeschosse einsetzt. © afp
In der Nähe eines Gefängnisses in Naypyidaw steht die Bereitschaftspolizei Wache. Bürger demonstrieren hier am 15. Februar 2021  gegen den Militärputsch.
7 / 12In der Nähe eines Gefängnisses in Naypyidaw steht die Bereitschaftspolizei Wache. Bürger demonstrieren hier am 15. Februar 2021 gegen den Militärputsch. © afp
Die Menschen errichten auf den Straßen behelfsmäßige Barrikaden gegen das Militär wie hier in Yangon. Jeden Tag sterben Menschen, die Putschisten lassen einfach Menschen auf offener Straße erschießen. Und sie lassen zahllose Menschen festnehmen und inhaftieren.
8 / 12Die Menschen errichten auf den Straßen behelfsmäßige Barrikaden gegen das Militär wie hier in Yangon. Jeden Tag sterben Menschen, die Putschisten lassen einfach Menschen auf offener Straße erschießen. Und sie lassen zahllose Menschen festnehmen und inhaftieren. © dpa
Auf der ganzen Welt demonstrieren Menschen gegen die Putschisten in Myanmar, vor allem sind es im Ausland lebende Migranten – in Tokio, Bangkok, Kathmandu und auch in Frankfurt am Main wie hier im April 2021. An der Frankfurter Hauptwache wird nicht nur demonstriert sondern auch getrauert, um die Opfer der Militärdiktatur.
9 / 12Auf der ganzen Welt demonstrieren Menschen gegen die Putschisten in Myanmar, vor allem sind es im Ausland lebende Migranten – in Tokio, Bangkok, Kathmandu und auch in Frankfurt am Main wie hier im April 2021. An der Frankfurter Hauptwache wird nicht nur demonstriert sondern auch getrauert, um die Opfer der Militärdiktatur. © Michael Schick
Dieses Handout-Foto der lokalen Mediengruppe Kantarawaddy Times, das am 24. Mai 2021 veröffentlicht wurde, zeigt eine Kirche, in der vier Menschen, die Zuflucht gesucht hatten, bei einem Beschuss durch die Armee getötet wurden.
In Loikaw im östlichen Bundesstaat Kayah in Myanmar dauern die Kämpfe zwischen der Armee und den lokalen Rebellen an.
10 / 12Dieses Handout-Foto der lokalen Mediengruppe Kantarawaddy Times, das am 24. Mai 2021 veröffentlicht wurde, zeigt eine Kirche, in der vier Menschen, die Zuflucht gesucht hatten, bei einem Beschuss durch die Armee getötet wurden. In Loikaw im östlichen Bundesstaat Kayah in Myanmar dauern die Kämpfe zwischen der Armee und den lokalen Rebellen an. © Kantarawaddy Times/afp
Ein Mann (rechts) umarmt seine Verwandten. Der Anlass: Er ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden, zusammen mit Tausenden anderen Menschen, die das Militärregime hatte inhaftieren lassen. Es ist der 19. Oktober 2021. Was der Mann im Insein-Gefängnis in Yangon erlebt hat, ist nicht bekannt. Dass aber dort vornehmlich politischen Dissidenten einsitzen und dass dort auch gefoltert wird, schon. Und seit Oktober wurden viele weitere Tausend Menschen dort durch das Regime eingesperrt. Auch Aung San Suu Kyi soll hier einst eingesessen haben, bevor sie Regierungschefin wurde.
11 / 12Ein Mann (rechts) umarmt seine Verwandten. Der Anlass: Er ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden, zusammen mit Tausenden anderen Menschen, die das Militärregime hatte infolge der Bürgerproteste inhaftieren lassen. Es ist der 19. Oktober 2021. Was der Mann im Insein-Gefängnis in Yangon erlebt hat, ist nicht bekannt. Dass aber dort vornehmlich politischen Dissidenten einsitzen und dass dort auch gefoltert wird, schon. Und seit Oktober wurden viele weitere Tausend Menschen dort durch das Regime eingesperrt. Auch Aung San Suu Kyi soll hier einst eingesessen haben, bevor sie Regierungschefin wurde. © afp
Und auch sie dürfen nicht vergessen werden: die Menschen, die den Rohingya angehören. Diese Gruppe, überwiegend sunnitische Muslime, wird in Myanmar schon lange diskriminiert, verfolgt und getötet. Seit 1948 soll es 20 militärische Einsätze gegen sie gegeben haben. Und auch unter der Führung von Aung San Suu Kyi gingen Zwangsumsiedlung, Vertreibung und Massenmord an der ethnischen Minderheit weiter. Diese Rohingya-Flüchtlinge sitzen am 31. Dezember 2021 im Hafen Krueng Geukueh in Lhokseumawe, in der indonesischen Provinz Aceh auf einem Holzboot, nachdem sie von der indonesischen Marine in den Gewässern vor Bireuen gerettet wurden.
12 / 12Und auch sie dürfen nicht vergessen werden: die Menschen, die den Rohingya angehören. Diese Gruppe, überwiegend sunnitische Muslime, wird in Myanmar schon lange diskriminiert, verfolgt und getötet. Seit 1948 soll es 20 militärische Einsätze gegen sie gegeben haben. Und auch unter der Führung von Aung San Suu Kyi gingen Zwangsumsiedlung, Vertreibung und Massenmord an der ethnischen Minderheit weiter. Diese Rohingya-Flüchtlinge sitzen am 31. Dezember 2021 im Hafen Krueng Geukueh in Lhokseumawe, in der indonesischen Provinz Aceh auf einem Holzboot, nachdem sie von der indonesischen Marine in den Gewässern vor Bireuen gerettet wurden. © Amanda Jufrian/afp

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