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Bilder von der Balkanroute

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Von: Silvia Bielert

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Viele Flüchtende und Migrant:innen aus Staaten, in denen Krieg und Terror herrschen, nutzen die so genannte Balkanroute, um nach Westeuropa zu gelangen. Auf ihrem Weg unter freiem Himmel erfahren sie Kälte, Hunger, Krankheiten. Weil die Länder, die sie durchqueren, ihre Grenzen schließen, stranden sie im Nirgendwo. Ihr Recht auf ein faires Asylverfahren wird ihnen so genommen.

Die Balkanroute bezeichnet die Fluchtrouten, die Flüchtende und Migrant:innen nutzen, um über den Balkan vom Nahen Osten nach Europa zu gelangen. Im Jahr 2015 reisten nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex über 760.000 Vertriebene auf der Balkanroute von der Türkei über Griechenland nach Zentraleuropa. Viele von ihnen kommen aus Syrien, wo das Assad-Regime seit der gewaltsamen Niederschlagung der Bürgerproteste im März 2011 bis heute einen blutigen Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt. Unser Bild vom September 2015 zeigt Flüchtende, die nachts über Bahngleise auf den Checkpoint bei Roszke, Ungarn, zulaufen. Noch ist die Balkanroute offen.
1 / 12Die Balkanroute bezeichnet die Routen, die Flüchtende und Migrant:innen nutzen, um über den Balkan vom Nahen Osten nach Europa zu gelangen. Im Jahr 2015 reisten nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex über 760.000 Vertriebene auf der Balkanroute von der Türkei über Griechenland nach Zentraleuropa. Viele von ihnen kommen aus Syrien, wo das Assad-Regime seit der gewaltsamen Niederschlagung der Bürgerproteste im März 2011 bis heute einen blutigen Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt. Unser Bild vom September 2015 zeigt Flüchtende, die nachts über Bahngleise auf den Checkpoint bei Roszke, Ungarn, zulaufen. Noch ist die Balkanroute offen. © Balazs Mohai/dpa
Bis heute sind Menschen auf der Balkanroute unterwegs, auf der Flucht vor Menschenrechtsverbrechen, Terror, Hunger und Krieg. Im Juni 2021 waren noch etwa 12.000 Menschen in den Ländern entlang der Balkanroute unterwegs – 45 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der größte Teil von ihnen kommt aus Afghanistan, gefolgt von Pakistan, Bangladesch und Syrien. Aber auch Migranten nutzen die Route trotz mittlerweile erschwerter Bedingungen. Diese Gruppe ägyptischer Migranten suchen sich im Dezember 2019 den Weg durch ein verschneites Berggebiet, das vermutlich mit während des Bosnienkrieges gelegten Landminen übersät ist. Die Menschen wollen über die EU-Grenze nach Kroatien gelangen.
2 / 12Bis heute sind Menschen auf der Balkanroute unterwegs, auf der Flucht vor Menschenrechtsverbrechen, Terror, Hunger und Krieg. Im Juni 2021 waren noch etwa 12.000 Menschen in den Ländern entlang der Balkanroute unterwegs. Der größte Teil von ihnen kommt aus Afghanistan, gefolgt von Pakistan, Bangladesch und Syrien. Aber auch Migranten nutzen die Route trotz mittlerweile erschwerter Bedingungen. Diese Gruppe ägyptischer Migranten suchen sich im Dezember 2019 den Weg durch ein verschneites Berggebiet, das vermutlich mit während des Bosnienkrieges gelegten Landminen übersät ist. Die Menschen wollen über die EU-Grenze nach Kroatien gelangen. © Manu Brabo/dpa
Im September 2015 stehen Flüchtlinge hinter der Absperrung zwischen Röszke, Ungarn, und Horgos, Serbien, nahe dem Grenzübergang. Die ungarische Polizei hält sie mit Wasserwerfern und Tränengas davon ab, die Grenze zu überqueren.
3 / 12Im September 2015 stehen Flüchtlinge hinter der Absperrung zwischen Röszke, Ungarn, und Horgos, Serbien, nahe dem Grenzübergang. Die ungarische Polizei hält sie mit Wasserwerfern und Tränengas davon ab, die Grenze zu überqueren. Die Länder des Balkans rüsten ab 2016 auf, damit es geflüchtete Menschen nicht über ihre Grenzen schaffen. Im März 2016 schließen Slowenien, Kroatien und Serbien ihre Grenze nacheinander. Nachdem die sogenannte alte Balkanroute unterbrochen ist, entsteht eine neue Route weiter westlich. Die Schutzsuchenden versuchen nun über Albanien, Montenegro und Bosnien nach Kroatien zu kommen, das der EU angehört – oder gleich über die Adria nach Italien zu gelangen. © Istvan Ruzsa/dpa
mIn Athen demonstrieren im Februar 2017 Menschen dafür, die geflüchteten Menschen menschenwürdiger aufzunehmen und nicht in Migrantenlagern unter furchtbaren Bedingungen in Zelten zu internieren. „Lasst sie in den Städten leben“ steht auf diesem Plakat. Zuvor waren im Winter fünf Migranten gestorben. In Griechenland halten sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 60.000 Flüchtlinge und Migranten auf, Grund dafür ist die Schließung der Grenzen auf dem Balkan und in Osteuropa. Viele der Lager sind überfüllt, vor allem auch auf den griechischen Inseln vor der türkischen Grenze.
4 / 12In Athen demonstrieren im Februar 2017 Menschen dafür, die geflüchteten Menschen würdiger aufzunehmen und nicht in Migrantenlagern unter furchtbaren Bedingungen in Zelten zu internieren. „Lasst sie in den Städten leben“ steht auf diesem Plakat. Zuvor waren im Winter fünf Migranten gestorben. In Griechenland halten sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 60.000 Flüchtlinge und Migranten auf, Grund dafür ist die Schließung der Grenzen auf dem Balkan und in Osteuropa. Viele der Lager sind überfüllt, vor allem auch auf den griechischen Inseln vor der türkischen Grenze. © Louisa Gouliamaki/afp
Doch auch Flüchtenden außerhalb von Lagern geht es aufd er Balkanroute sehr schlecht. Sie campieren auf der Straße oder finden Unterschlupf in verlassenen Gebäuden wie diese Gruppe von Syrern. Auch sie wollen über die EU-Grenze nach Kroatien gelangen.
5 / 12Doch auch Flüchtenden außerhalb von Lagern geht es auf der Balkanroute sehr schlecht. Sie campieren auf der Straße oder finden Unterschlupf in verlassenen Gebäuden wie diese Gruppe aus Syrien. Auch sie wollen über die EU-Grenze nach Kroatien gelangen. © Manu Brabo/dpa
Die UNHCR-Botschafterin Angelina Jolie besucht Griechenland und wird im Hafen von Piräus von Medien und Migranten umringt. Etwa 4000 Geflüchtete und Migrant:innen sitzen wegen der Schließung der Balkanroute im historischen Hafen der Hauptstadt Athen fest.  Die europäischen Staats- und Regierungschefs bemühten sich, eine unter Beschuss geratene Vereinbarung mit der Türkei zur Entschärfung der Migrantenkrise mit einer Runde Pendeldiplomatie am Vorabend eines wichtigen Gipfels zu retten.
6 / 12Die UNHCR-Botschafterin Angelina Jolie besucht Griechenland und wird im Hafen von Piräus von Medien und Migranten umringt. Etwa 4000 Geflüchtete und Migrant:innen sitzen wegen der Schließung der Balkanroute im historischen Hafen der Hauptstadt Athen fest. Unterdessen bemühen sich die europäischen Staats- und Regierungschefs, eine Vereinbarung mit der Türkei zu retten, die garantieren soll, dass weniger Menschen von dort nach Europa flüchten. Die Menschen sollen möglichst in der Türkei bleiben. © Louisa Gouliamaki/afp
Im dem griechischen Örtchen Idomeni an der Grenze zu Mazedonien strandeten 2015 und 2016 – nach der Schließung der Balkanroute – viele Migranten und Flüchtlinge in einem inoffiziellen Zeltlager. Im Frühjahr 2016 lebten dort laut der UN-Flüchtlingshilfe bis zu 14.000 Menschen unter katastrophalen hygienischen Zuständen. Es kam zu Gewalt zwischen Flüchtlingen, Migranten, mazedonischen und griechischen Polizisten. Im April 2016 wurde das Lager geräumt.
7 / 12Im dem griechischen Örtchen Idomeni an der Grenze zu Mazedonien stranden 2016 – nach der Schließung der Balkanroute – viele Migrant:innen und Geflüchtete in einem inoffiziellen Zeltlager. Im Frühjahr 2016 leben dort laut der UN-Flüchtlingshilfe bis zu 14.000 Menschen unter katastrophalen hygienischen Zuständen. Es kam zu Gewalt zwischen Flüchtlingen und Migranten sowie mazedonischen und griechischen Polizisten. © Kay Nietfeld/dpa
In dem behelfsmäßigen Lager in Idomeni, das Flüchtlinge und Migranten errichtet hatten, schläft dieser Junge auf den Bahngleisen. Auch er ist wegen der Grenzblockade auf dem Balkan hier gestrandet. Das Bild ist vom 3. April 2016, im selben Monat wurde das Lager geräumt. Nur wenige Tausend Gestrandete kamen in einem offiziellen griechischen Lager unter.
8 / 12In dem behelfsmäßigen Lager in Idomeni, das Flüchtlinge und Migranten errichtet hatten, schläft dieser Junge auf den Bahngleisen. Auch er ist wegen der Grenzblockade auf dem Balkan hier gestrandet. Das Bild ist vom 3. April 2016, noch im selben Monat wird das Lager geräumt. Nur wenige Tausend Gestrandete kommen in einem offiziellen griechischen Lager unter. © Bulent Kilic/afp
Die Routen, die Flüchtlinge und Migranten von Griechenland nach Norden nutzten, ändern sich seit 2016 immer wieder. Rumänien ist mittlerweile zum weiteren Transitland geworden. Es ist zwar Mitglied der EU, aber nicht der passfreien Schengen-Zone. Deshalb kamen anfangs nur wenige Geflüchtete hier an. Diese Mensche warten im September 2017 auf einen Bus, der sie in ein Flüchtlingszentrum im Hafen von Midia an der Schwarzmeerküste in der Nähe der Stadt Navodari bringen soll. Das wichtigstes Durchgangsland für die Menschen bleibt aber Bosnien-Herzegowina. Allein zwischen Januar und Juni 2021 kamen 7.775 Menschen in Bosnien-Herzegowina an, die dort zum größten Teil um Asyl bitten wollten.
9 / 12Die Routen, die Geflüchtete und Migrant:innen von Griechenland nach Norden nutzen, ändern sich seit 2016 immer wieder. Rumänien ist mittlerweile zum weiteren Transitland geworden. Es ist zwar Mitglied der EU, aber nicht der passfreien Schengen-Zone. Deshalb kamen anfangs nur wenige Geflüchtete hier an. Diese Menschen warten im September 2017 auf einen Bus, der sie in ein Flüchtlingszentrum im Hafen von Midia an der Schwarzmeerküste in der Nähe der Stadt Navodari bringen soll. Das wichtigstes Durchgangsland für die Menschen bleibt aber Bosnien-Herzegowina. Allein zwischen Januar und Juni 2021 kamen 7.775 Menschen dort an. © Daniel Mihailescu/afp
Im Jahr 2018 überlegte sich die bosnische Regierung neue Maßnahmen gegen Hunderte Migranten auf dem Weg nach Westeuropa an der Grenze Bosniens zu Kroatien. In Maljevac in Bosnien-Herzegowina versucht ein bosnischer Polizist, Kinder, die Plakate in den Händen halten, zu überzeugen, von der Straße zu gehen.
10 / 12Im Jahr 2018 überlegt sich die bosnische Regierung neue Maßnahmen gegen Hunderte Migranten, die auf dem Weg nach Westeuropa an der Grenze Bosniens zu Kroatien landen. In Maljevac in Bosnien-Herzegowina versucht ein bosnischer Polizist, Kinder, die Plakate in den Händen halten, zu überzeugen, von der Straße zu gehen. Die Kinder fordern darauf die Einhaltung der Menschenrechte und bitten um Hilfe. © Amel Emric/dpa
Seit mehreren Jahren ist die Türkei das Land, das die meisten Flüchtlinge weltweit aufgenommen hat. Rund 15 Prozent der weltweit vertriebenen Flüchtlinge leben laut UNHCR in der Türkei. Doch viele Geflüchtete wollen weiter Richtung Westeuropa.
11 / 12Seit mehreren Jahren ist die Türkei das Land, das die meisten Flüchtlinge weltweit aufgenommen hat. Rund 15 Prozent der weltweit vertriebenen Flüchtlinge leben laut UNHCR in der Türkei. Doch viele Geflüchtete wollen weiter Richtung Westeuropa. Diese Frau sitzt mit anderen an einem Lagerfeuer in einer leeren Markthalle nahe der türkisch-griechischen Grenze. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Seit mehreren Jahren ist die Türkei das Land, das die meisten Flüchtlinge weltweit aufgenommen hat. Rund 15 Prozent der weltweit vertriebenen Flüchtlinge leben laut UNHCR in der Türkei. Doch viele Geflüchtete wollen weiter Richtung Westeuropa. Wer es über die türkisch-griechische Grenze schafft, versucht sich meist über die Balkanroute durchzuschlagen. Dieser in Decken gehüllte Junge sitzt am Strand des Dorfes Skala Sikamias, nachdem er mit einem Beiboot die Ägäis von der Türkei aus überquert hat.
12 / 12Wer es über die türkisch-griechische Grenze schafft, versucht sich meist über die Balkanroute durchzuschlagen. Dieser in Decken gehüllte Junge sitzt am Strand des Dorfes Skala Sikamias, nachdem er mit einem Beiboot die Ägäis von der Türkei aus überquert hat. Wegen der Grenzschließungen und zahlreicher illegaler Pushbacks, die die griechische Regierung vor ihrer Küste durchführen lässt, kommen oder schaffen es immer weniger Flüchtlinge über Griechenland und die Balkanroute nach Europa. In der ersten Hälfte des Jahres 2021 war die Zahl der ankommenden Geflüchteten in Griechenland laut UNO-Flüchtlingshilfe 64 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Seit 2020 steigt die Zahl der Geflüchteten und Migrant:innen, die versuchen, über Spanien nach Europa zu kommen. Griechenland ist wie alle anderen EU-Staaten gesetzlich verpflichtet, geflüchtete Menschen aufzunehmen und ein Asylverfahren zu gewähren. © Angelos Tzortzinis/dpa

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