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„Fatales Signal“

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Von: Christoph Höland

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Das Gastgewerbe leidet besonders unter der Pandemie. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) fordert eine Verlängerung der Kurzarbeitergeldaufstockung.
Das Gastgewerbe leidet besonders unter der Pandemie. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) fordert eine Verlängerung der Kurzarbeitergeldaufstockung. (Symbolbild) © Federico Gambarini/dpa

Gastgewerbe hofft auf eine Verlängerung des erhöhten Kurzarbeitergeldes über den 1. Januar hinaus.

Schummriges Licht, feuchtföhliche Feiern und laute Musik – normalerweise wäre der Sechs-Millionen-Dollar-Club in Göttingen dieser Tage rappelvoll. Doch die Bar ist geschlossen, „die neuen Regelungen machen es unmöglich, euch das gewohnte Cluberlebnis zu garantieren“, heißt es seitens der Betreiber. Sie haben schon zu Beginn des zweiten Corona-Winters aufgegeben – ein zweiter Corona-Winter, in dem ihre Beschäftigten wohl mit deutlich weniger Kurzarbeitergeld auskommen müssen. Das könnte üblen Folgen für die Branche und ihre Beschäftigten haben, warnen sowohl Gewerkschaften als auch Gastronomie.

Zwar hat die amtierende Bundesregierung das Kurzarbeitergeld verlängert, die erhöhten Bezüge bei längerer Kurzarbeit fallen allerdings zum Jahreswechsel weg. Statt bis zu 87 Prozent gibt es dann maximal 67 Prozent des Nettoeinkommens. Noch während der Verhandlungen zwischen Bund und Ländern am Donnerstag meldete sich die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) zu Wort: „Es wäre ein fatales Signal, wenn sich die künftigen Koalitionäre im Rahmen der heutigen Beschlüsse nicht damit durchsetzen, das Kurzarbeitergeld auch über den 1. Januar 2022 hinaus aufzustocken“, erklärte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler.

Was die Kürzung für Beschäftigte bedeutet, illustriert eine Musterrechnung der Gewerkschaft: Eine kinderlose Hamburger Köchin in Kurzarbeit bekomme ab dem Jahreswechsel statt 1200 nur noch 830 Euro im Monat. „Allein die Arbeitgeber mit finanziellen Hilfen im Blick zu haben, reicht nicht und hat mit Respekt vor der Leistung, der Geduld und der Not der Beschäftigten nichts zu tun“, findet Zeitler.

Der Deutsche Hotel und Gaststättenverband (Dehoga) teilt die Sorgen um das niedrigere Kurzarbeitergeld. Die Branche, der schon im Sommer das Personal ausging, könnte dadurch weitere 100 000 Beschäftigte verlieren.

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