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„Eine tickende Zeitbombe“

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Von: Susanne Ebner

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Harry und Meghan.
Harry und Meghan. © dpa

Die Queen hat Geburtstag, Gesprächsthema sind aber Prinz Harry und Herzogin Meghan.

Die britische Boulevardzeitung „The Mirror“ zeigte Königin Elizabeth II. gestern auf ihrem Titelblatt so, wie sie Britinnen und Briten derzeit am liebsten sehen, mit strahlendem Lächeln. Die Schlagzeile: „Frühlings-Geburtstags-Trip der Queen“. Ihre Reise wird als positives Zeichen angesichts ihres zuletzt fragilen Gesundheitszustandes verstanden. Die Monarchin soll ihren 96. Geburtstag im Kreis der Familie auf dem Anwesen von Sandringham in Nordengland verbringen, auf „Wood Farm“, wo ihr 2021 verstorbener Ehemann Prinz Philip zuletzt viel Zeit verbracht hat. Sie wolle sich ihm dadurch besonders nah fühlen, schrieben Medien.

Die richtige Nähe und Distanz zu verschiedenen Familienmitgliedern zu finden, ist neben der Frage nach der Zukunft der Monarchie zuletzt tatsächlich eine große Herausforderung, wie Pauline MacLaran bestätigte, die sich an der Royal Holloway Universität in London mit dem Bild der Royals befasst. Zuletzt habe die Tatsache, dass Prinz Andrew seine Mutter bei der Gedenkfeier für Prinz Philip zu ihrem Platz in Westminster Abbey geleitete, für einen öffentlichen Aufschrei gesorgt. Der 62-Jährige ist wegen Missbrauchsvorwürfen durch die Amerikanerin Virginia Giuffre in Verruf geraten. Darüber hinaus werden aber auch „Harry und Meghan als großes Risiko für den Ruf des Königshauses wahrgenommen“, so die Expertin.

Dass diese Sorge nicht unbegründet ist, bewies der Queen-Enkel am Mittwoch, kurz nach einem überraschenden angeblichen Versöhnungs-Besuch bei der Monarchin. Harry sagte einem amerikanischen TV-Sender, er habe sicherstellen wollen, dass sie „beschützt ist und die richtigen Leute um sich hat“. Aus Sicht von Beobachter:innen eine unglückliche Bemerkung. So müsse man sich fragen: Ist die Queen in Gefahr? Wer sind die falschen Leute? „Er hätte vieles sagen können, dass er seine Oma vermisst hat“, sagte MacLaran, „stattdessen so etwas“.

Die Bemerkung des Herzogs von Sussex überraschte zudem, weil Meghan und Harry Medien zufolge seitens des Palastes zu den Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum der Queen im Juni eingeladen wurden. Sie sollten auch als Familienmitglieder auf dem Balkon des Buckingham Palastes stehen dürfen. Harrys Äußerung mache jedoch deutlich, dass man dem Paar aus der Perspektive des Palastes nicht trauen könne, betonte MacLaran. „Die beiden sind eine tickende Zeitbombe.“

Harry und Meghan hatten sich vor zwei Jahren aus dem engeren Kreis der Königsfamilie losgesagt und leben inzwischen mit ihren Kindern im kalifornischen Santa Barbara. Dort fühle er sich inzwischen zu Hause, betonte der 37-Jährige.

Die Queen hat zwar an diesem Donnerstag Geburtstag – groß gefeiert wird dieser aber traditionell erst im Juni mit der Parade „Trooping the Colour“ im Herzen der Hauptstadt. Eine Tradition, an der seit der Amtszeit König Edwards VII. festgehalten wird. Der Ur-Großvater von Elisabeth II. verlegte die Feierlichkeiten anlässlich seines Geburtstages im November wegen des schlechten Wetters zu dieser Jahreszeit kurzerhand in den Frühling. Ob Harry und Meghan zum Geburtstag der Queen anreisen, ist weiter unklar. Sicher ist, dass sich das Königshaus überlegen muss, inwieweit sie das Paar einbinden will. „Es gibt die Beziehung zur Familie und es gibt den Ruf der Monarchie“, betonte MacLaran. „Da einen Kompromiss zu finden, ist nicht immer einfach.“

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