1. Startseite
  2. Hintergrund

Ein Königreich für einen Corgi

Erstellt:

Von: Susanne Ebner

Kommentare

Elizabeth II., hier im Oktober 1969, mit vier Corgis. Ihren ersten Hund hatte die Queen als Siebenjährige bekommen. AFP
Elizabeth II., hier im Oktober 1969, mit vier Corgis. Ihren ersten Hund hatte die Queen als Siebenjährige bekommen. AFP © AFP

Was passiert nach dem Tod der Queen mit deren quirligen Begleitern?

Die Queen liebte ihre Corgis. So streng und diszipliniert sie mit ihrer Familie und ihren Angestellten war, mit ihren Hunden ging sie locker um. Sie wurden verwöhnt, durften ausgelassen im Palast herumtollen und sich an von Sterneköchen speziell für sie zubereiteten Speisen laben. Nachdem sich viele Britinnen und Briten Sorgen darüber gemacht hatten, wo die geliebten Hunde von Königin Elizabeth II. ein neues Zuhause finden, scheint es jetzt einen Plan zu geben.

Die Monarchin besaß zuletzt vier Hunde: die Corgis Muick und Sandy, einen Cockerspaniel namens Lissy und den „Dorgi“ Candy, eine Mischung aus einem Corgi und einem Dackel. Die beiden Corgis hatte sie von ihrem Sohn Prinz Andrew und seiner ältesten Tochter Beatrice nach dem Tod ihres Mannes Prinz Philip geschenkt bekommen. Wie eine Sprecherin des Queen-Sohnes und dessen Ex-Frau Sarah Ferguson erklärte, nehmen die beiden nun die Corgis Muick und Sandy auf. Wer sich um Lissy und Candy kümmern wird, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Dass unter anderem Andrew die Corgis bei sich aufnehmen will, könnte man auch als einen Versuch deuten, sein Image aufzupolieren. Der 62-Jährige gilt wegen seiner Bekanntschaft mit dem verurteilten und inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein innerhalb des Königshauses als Persona non grata. Kürzlich einigte er sich zwar mit der 39-jährigen US-Amerikanerin Virginia Roberts Giuffre, die ihm vorwarf, sie als Minderjährige misshandelt zu haben, auf einen Vergleich. Als rehabilitiert gilt er deshalb jedoch nicht.

Andrew als neues Herrchen?

Mit dem Tod seiner Mutter sollen seine Chancen, in der königlichen Familie wieder anerkannt zu werden, weiter gesunken sein. Medien berichteten, dass er im Sommer Gespräche mit der Queen geführt habe in der Hoffnung, dass sie ein gutes Wort bei Charles und William für ihn einlegt. Beide stehen dem Herzog von York allerdings sehr kritisch gegenüber, sodass ein Comeback des 62-Jährigen unwahrscheinlich ist.

Die Queen besaß im Laufe der Jahre mehr als 30 Corgis. Dabei etablierten sich die Vierbeiner zu einem Symbol ihrer Herrschaft. 2012 war das Trio Monty, Willow und Holly sogar neben ihr und dem Schauspieler Daniel Craig in einem James-Bond-Sketch zu sehen, der anlässlich der Olympischen Spiele in London gedreht wurde. Damals sprang die Monarchin vermeintlich mit einem Fallschirm über dem Stadion aus einem Hubschrauber.

Doch warum eigentlich Corgis? Prinzessin Elizabeth hatte als Siebenjährige einen bei Freunden gesehen und wollte daraufhin auch einen. Ihr Vater schenkte ihr einen „Welsh Corgi“ namens Dookie. Obwohl die Hunderasse mit den Schlappohren und den kurzen Beinen ein fröhliches Temperament hat, ging Dookie mit Hingabe auf Menschen los.

Als die Königin 18 Jahre alt war, bekam sie die Corgi-Dame Susan geschenkt. Die Hündin begleitete sie überallhin, sogar in die Flitterwochen. Bald wurde ihrem Mann Philip klar, dass er mit seiner Frau auch Corgis geheiratet hatte. Als Susan starb, wurde sie auf dem Anwesen des Sandringham House im Osten Englands bestattet. Mit Susan hatte die Königin auch ihre Zucht der Hunderasse gestartet. Willow, der letzte Nachkomme der Hündin, starb 2018.

Mit dem Auszug der Hunde der Queen endet die Zeit von Vierbeinern im Palast jedoch keineswegs. Denn Charles und Camilla werden wohl ebenfalls welche mitbringen. Sie besitzen zwei Russel Terrier: Beth und Bluebell und wurden 2011 und 2012 aus dem Tierheim geholt. Es existieren zahlreiche Fotos, auf denen das Paar die Hunde liebevoll umarmt. Und so dürfte auch künftig das Geräusch von trappelnden Pfoten im Palast zu hören sein.

Auch interessant

Kommentare