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Unter Druck: CDU-Kandidat Armin Laschet und die Schwesterpartei aus Bayern.
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Unter Druck: CDU-Kandidat Armin Laschet und die Schwesterpartei aus Bayern.

CSU

Die Männer hinter Söder

  • VonKristina Dunz
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Die Union hofft doch noch auf die Trendwende.

Bäume zu umarmen, ist nichts für Alexander Dobrindt. Erstens ist der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag anders als Parteichef Markus Söder gar nicht der Typ dafür. Zweitens kann er die Grünen ganz und gar nicht leiden und will deswegen deren Symbole nicht für sich vereinnahmen. Eigentlich passen allerdings auch Dobrindt und Söder überhaupt nicht zusammen. Um erster Mann der CSU in Berlin zu bleiben, musste Dobrindt keinen Baum, sondern den Parteivorsitzenden umarmen. Er tat es. Sonst wäre seine Karriere auch beendet gewesen. So aber konnte er sich die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl sichern.

Der Landesgruppenchef war ein Mann von Horst Seehofer und in dessen alten Gut-und-Böse-Schemata der Politik verhaftet. Nachdem Söder so erbittert wie erfolgreich Seehofer 2018 erst die Macht als bayerischer Ministerpräsident und 2019 auch als Parteichef abgenommen hatte, tauchte Dobrindt kaum noch mit großen Reden in der Öffentlichkeit auf. Dabei hatte er 2018 noch von einer „konservativen Revolution“ gesprochen. Söder drängte jedoch in die Mitte.

TV-Vierkampf

Die NGO „Ärzte ohne Grenzen“ verwahrt sich gegen die Aussage von CSU-Politiker Alexander Dobrindt, wonach man Geld für humanitäre Hilfe erhalte. Im TV-Vierkampf der kleineren Parteien am Montag sagte Dobrindt, man habe in Afghanistan 600 Millionen Euro bereitgestellt. Dies erfolge, damit „Ärzte ohne Grenzen, dass die Caritas, die vor Ort sind, entsprechend dann auch unterstützt werden.“

Diese Aussage sei falsch, teilte Sprecherin Heike Dierbach mit: „Ärzte ohne Grenzen nimmt für seine humanitäre Hilfe in Afghanistan keine Gelder von Regierungen an, auch nicht von der deutschen.“ Die Arbeit werde ausschließlich privat finanziert. jjm

Der Parteichef habe die CSU in kürzester Zeit auf Reformkurs getrimmt, heißt es in München. Dobrindt und auch Generalsekretär Markus Blume hätten schließlich mitgezogen. Blume bejubelt Söder öffentlich und Dobrindt kommt im Wahlkampf wieder aus der Deckung. Allerdings auch mit altem Wein in neuen Schläuchen wie bei der TV-Diskussion der Spitzenkandidaten der kleineren Parteien am Montagabend, als er wie früher gegen die Grünen schoss, mit denen Söder eine Jamaika-Koalition bilden würde.

Zusammengeschweißt hat die drei Männer aber der für Söder verlorene Machtkampf mit CDU-Chef Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur. Da sind sie sich einig, dass Söder viel besser geeignet gewesen wäre – und taten es auch kund. Die Umfragen für die Union sanken in den Keller. Nun müssen sie gemeinsam mit Laschet die letzten Tage vor der Wahl zur Schadensbegrenzung nutzen. Denn auch die CSU in Bayern hat an Zustimmung verloren.

Jetzt sprechen sie gleichlautend von einer „Trendwende“. Der CSU-Parteitag am Wochenende sei „toll“ gewesen, sagt Laschet – und Blume und Söder geben vor, dass auch Laschet toll sei und Kanzler werden müsse. Zarte Hoffnung kam am Dienstag mit einer Forsa-Umfrage für RTL/NTV für die Union auf, die demnach wieder leicht im Aufwind, wenn auch weiter hinter der SPD, ist.

Die SPD wollen sie nun stärker attackieren, im Wissen dass es bei Wählerinnen und Wählern besser ankommt, eigene Vorzüge herauszustellen als andere schlecht zu machen. Aber SPD-Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Scholz habe Schwächen beim Thema Verhinderung von Geldwäsche und Steuerbetrug durch Cum-Ex-Geschäfte. Im Wahlkampf dürfe man auch die Samthandschuhe ausziehen, sagte Blume am Dienstag in Berlin. „Ich erkenne auch Anzeichen für eine Trendwende“, betonte er zugleich.

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