Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Achterbahnfahren ohne Einschränkungen: Noch geht das in England, wie hier in Blackpool.
+
Achterbahnfahren ohne Einschränkungen: Noch geht das in England, wie hier in Blackpool.

Coronavirus

Die Angst vor dem Winter

Boris Johnsons Regierung hält sich für England alle Optionen offen.

Aktuell ist in Londons Straßen von der Pandemie nur wenig zu spüren. Am King’s Cross, dem zentralen Bahnhof im Herzen der Stadt, drängen sich die Menschen eng aneinander, kaum jemand trägt Maske. Und auch beim Einkaufen in einem der vielen Supermärkte in der Umgebung gibt es keinerlei Einschränkungen. Doch die Tage werden kürzer und die Temperaturen in der Metropole sinken stetig. Damit wird langsam klar: Der nächste Winter ist nicht mehr allzu fern.

Dass dies so ist, weiß selbstverständlich auch die Regierung von Boris Johnson. Und so stellte am Dienstag Gesundheitsminister Sajid Javid im Unterhaus den „Plan für den Winter“ im Kampf gegen das Coronavirus vor, um eine drohende Überforderung des Gesundheitssystems NHS zu verhindern. Die Strategie: Ein weiterer Lockdown soll solange es geht vermieden werden, stattdessen setzt man vor allem auf weitere Impfungen und Tests – zumindest vorerst.

Wie diese Impfstrategie im Detail aussehen soll, gab die Impfkommission JVCI ebenfalls am Dienstag bekannt. Im Zentrum stünden vor allem „Booster Jabs“, also einmalige Auffrischungsimpfungen für Menschen über 50, hieß es. Dabei setzt man jetzt jedoch nicht mehr, wie in der Vergangenheit üblich, ausschließlich auf Astrazeneca, sondern stattdessen auf die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Der Vorsitzende der Kommission Wei Shen Lim erklärte das folgendermaßen: „Diese Impfstoffe sind empfehlenswerter, da sie insbesondere als Auffrischungsimpfung einen besseren Schutz gewährleisten.“ Außerdem rät man seit dieser Woche, auch Kinder im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren impfen zu lassen. Ein Schritt, den man, ähnlich wie in Deutschland, lange herauszögerte.

Herauszögern will die Regierung auch weitere Schritte, die das öffentliche Leben einschränken. Nur wenn die Auffrischungsimpfungen und weitere Tests nicht greifen, sollen weitere Vorgaben folgen, wie zum Beispiel eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Regeln wie der „Covid-Pass“, das Nachweisen der Impfung also, das beispielsweise den Eintritt in einen Club ermöglichen könnte, seien jedoch auch möglich, erklärte der Gesundheitsminister.

Auffällig daran: Wann und unter welchen Umständen diese Schritte erfolgen sollen, dazu wurden ausdrücklich keine Angaben gemacht. Viele Kommentator:innen sehen darin eine Lehre aus dem vergangenen Jahr, als die Regierung allzu oft falsche Versprechungen machte.

Denn die Sorge vor einem erneuten schweren Winter ist groß, wie auch Javid betonte. Diese Befürchtung teilt auch Adrain Boyle, Berater im Bereich Intensivmedizin an der Uniklinik von Cambridge: „Impfauffrischungen sind gut, denn dann müssen die Menschen nicht so lange im Krankenhaus bleiben“, erklärte er der BBC. Sie würden das Problem jedoch nicht lösen. „Die Krankenhäuser sind jetzt schon so ausgelastet wie normalerweise erst im Januar oder Februar.“ Um diese Situation zu verbessern, seien grundlegende Veränderungen nötig.

Wie ein schlimmer Winter mit der Pandemie aussehen kann, wissen die Menschen. Im Januar stiegen die Zahlen in vielen Regionen sprunghaft an. Die vorläufige Trendwende auf der Insel brachten damals nur ein strenger Lockdown und eine schnelle Impfkampagne. (SUSANNE EBNER)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare